Noch mehr Unterstützung

Noch mehr Unterstützung

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Gestern war Quartalsgespräch mit meiner Psychiaterin. Unser letztes Gespräch war nicht so toll, aber es war auch bestimmt nicht leicht mir zu helfen… Ich glaube, alles was ich gesagt habe war: „Mein Leben ist einfach komplett scheiße!“

Diesmal konnte ich Positives berichten (nach wie vor gehe ich täglich mit den Hunden spazieren und  ich erledige jeden Tag etwas im Haushalt). Als ich anmerkte, dass mir das alles immer noch manchmal ganz schön schwer fällt, erzählte sie mir: Unser Gehirn braucht mindestens vier Wochen, bevor es einen neuen Tagesablauf überhaupt zu verarbeiten beginnt. Ich soll also einfach so weiter machen wie bisher und mir bewusst machen, dass ich immer noch am Anfang stehe. Das ist gut zu wissen.

Ein weiterer Punkt ist, dass ich im Moment ziemlich schlecht schlafe. Ihr Vorschlag war, mein Bedarfsmedikament ein paar Tage hintereinander vor dem Schlafengehen zu nehmen und es dann wieder wegzulassen. Schlafen ist sehr wichtig für mich, auch wegen meiner Rückenschmerzen. Und weil mein Bedarfsmedikament nicht abhängig macht, werde ich es einfach mal so probieren.

Außerdem macht mir der Gedanke an Weihnachten mit meiner angeheirateten Familie ziemlich Bauchschmerzen. Ob ich mir das Zusammensein mit dem kleinen Kind überhaupt zutraue, ob es mich überfordern wird… Ihr erster Ratschlag war, darüber jetzt noch gar nicht nachzudenken: Keiner weiß, wie es mir in fünf Wochen gehen wird, also kann ich jetzt noch gar keine Entscheidung treffen. Außerdem hat sie mir einen Gesprächstermin bei einem Psychologen der Klinik am 20.12. organisiert, wo ich dieses Thema dann noch einmal besprechen kann. Ich finde das eine sehr gute Idee.

Nachdem ich das alles meinem Mann berichtet hatte, fiel dann auch eine große Last von mir ab. Die Richtung stimmt, ich werde weiterhin an mir arbeiten, und Weihnachten ist erst einmal vom Tisch – es geht mir jetzt vorrangig darum, jeden Tag ein bisschen mehr Sicherheit zu gewinnen.

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10 Dinge, für die ich diese Woche dankbar war

10 Dinge, für die ich diese Woche dankbar war

Spät, aber doch mein Rückblick auf zehn Dinge, die in der letzen Woche gut gelaufen sind.

  • Eine weitere Woche in der ich es geschafft habe, den Haushalt zu erledigen, mit den Hunden spazieren zu gehen und eine gute Mischung zwischen Aktivitäten und Ausruhen zu finden. Ich habe mich immer noch nicht vollkommen an diesen neuen Lebensstil gewöhnt, aber es war eine gute Woche, die mir helfen wird, dahin zu kommen.
  • Ich hatte das erste Mal mit Gegenwind zu kämpfen. Ich fühle mich immer noch etwas verunsichert und mein Krisenmanagement kann definitiv noch besser werden, aber ich habe den Stier bei den Hörnern gepackt und Kollateralschäden vermieden.
  • Wieder einmal habe ich gemerkt, dass ich in diesem Kampf nicht alleine bin und viel Unterstützung habe.
  • Habe wieder mit meinen Einzel-Ergotherapiestunden begonnen. Ich mag Gruppentherapie, aber diese Stunde ist nur für mich, und das beruhigt mich sehr.
  • Unser Geschirrspüler hat immer wieder das Programm abgebrochen, weil Wasser in der Maschine stehen blieb. Eine gute Sache, dass mein Mann beruflich mit sehr viel größeren Maschinen umgeht und die Sache in Ordnung bringen konnten (eine Pumpe war verstopft). So konnten wir uns das Geld für einen Handwerker sparen.
  • Mein Mann und ich haben uns auf ein weiteres „Date“ geeinigt. Wir werden Mittwoch chinesisch essen gehen. Das ist etwas Besonderes, weil wir beide nicht chinesisch kochen und es nicht oft genießen können.
  • Zum letzten Mal in diesem Jahr haben wir Samstag  nach unserem „Tierheimspaziergang“ Eis und Latte Macchiato genossen. Das Eiscafe macht Winterpause und eröffnet wieder im März. Das ist traurig, aber wir haben uns wirklich gut mit dem Personal verstanden und freuen uns darauf, alle im Frühling wieder zu sehen.
  • Wir haben beschlossen, während der kalten Monate samstags nach dem Hundespaziergang in einem griechischen Fastfoodrestaurant einzukehren – es ist so schön, wieder mehr Zeit mit meinem Mann zu verbringen.
  • Bisher habe ich es geschafft, mein Entlassungsgewicht zu halten (immerhin 5 kg weniger). Zwei vierbeinige Personal Trainer zu haben, ist dabei sehr hilfreich.
  • Auch, wenn es November ist, habe ich noch ein paar Sonnenstrahlen erwischt. Damit fühle ich mich seelisch und körperlich einfach so viel besser.

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Habe verstanden!

Habe verstanden!

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Nach einer etwas unruhigen Zeit in der Wochenmitte hat meine Seele fast wieder komplett zurück ins Gleichgewicht gefunden. Mein inner Kompass funktioniert also ganz gut.

Ich habe viel gelernt. Am wichtigsten: Ich muss nicht alles alleine mit mir ausmachen, und es gibt andere Menschen, die mir zur Seite stehen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Was gut funktioniert hat: Der Alltag ist trotz allem weitergelaufen. Es sind keine zusätzlichen Probleme dadurch entstanden, dass Aufgaben liegen geblieben sind, und ich habe mich nicht völlig entnervt im Bett versteckt. Außerdem: Ich habe meine Bedarfsmedikation vernünftig eingesetzt und sie nicht gebraucht, um mich der Situation zu entziehen. Und was vielleicht am besten ist: Selbstverletzendes Verhalten habe ich vermieden, obwohl der Druck ganz schön hoch war.

Einiges ist wahrscheinlich doch von der Zeit im Krankenhaus hängen geblieben. Meine eigenen Bedürfnisse stelle ich nicht mehr automatisch hinten an, und ich trete für mich selber ein. Ich habe Verständnis, wenn mein Umfeld sich daran erst einmal gewöhnen muss. Aber wenn es nötig ist, muss ich Grenzen aufzeigen. Die ersten Schritte habe ich gemacht, und die Richtung stimmt.

Was ich beim nächsten Mal besser machen kann: Weniger panisch reagieren und mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten haben, mit so einer Situation umgehen zu können. Das muss noch selbstverständlicher werden. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Krisenmanagement aber ganz zufrieden.

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Freitags-Füller # 497

Freitags-Füller # 497

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt

1. Der Geruch von Laub und Moder im Wald bedeutet für mich Herbst.

2. Um unsere Steuererklärung für 2018 werde ich mich schon kümmern, aber bitte erst im nächsten Jahr.

3. Nein, wir werden nicht dieses Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr mit meiner angeheirateten Familie an die Nordsee fahren, das ist einfach zu viel für mich.

4. Mein Mann unterstützt mich in allem sehr, dafür bin ich dankbar .

5. Gestern musste ich mich noch ein bisschen von Vorgestern erholen, aber das kommt eben schon mal vor.

6. Manchmal finde ich die Schlagzeilen über Politik im Moment einfach lächerlich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett, morgen habe ich geplant, lange mit den Hunden spazieren zu gehen und Sonntag möchte ich mit meinen Eltern telefonieren!

Freitagsfragen #30

Freitagsfragen #30

Die Freitagsfragen gibt es bei Nickel. Meine Antworten sind fett

1.) Erledigst Du Aufgaben sofort oder schiebst Du sie vor Dir her? Das ist bei mir tagesformabhängig. An guten Tagen schaffe ich, was ich mir vorgenommen habe, an schlechten Tagen bleibt auch schon mal etwas liegen.

2.) Wie motivierst Du Dich zu unangenehmen Erledigungen? Ich versuche, mir als Ausgleich etwas Schönes für den gleichen Tag vorzunehmen. Ein Kaffe oder Tee danach, einkaufen danach in einem Geschäft in der Nähe… Oder ich sage mir, dass es ich dann endlich hinter mir habe und nicht mehr daran denken muss.

3.) Sagst Du Deinen Mitmenschen lieber, was Du Dir zum Geburtstag wünschst, oder lässt Du Dich lieber überraschen? Ich mag keine Überraschungen, damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Aber ich schlage gerne mehrere Sachen zur Auswahl vor.

4.) Die Wahl der Qual: Eine schlaflose Nacht haben oder einen Tag verschlafen, an dem Du eigentlich viel vor hattest? Hatte ich beides schon. Mit einer schlaflosen Nacht komme ich ganz gut zurecht, wenn es bei einer bleibt. Da finde ich das Gefühl schlimmer, am nächsten Tag mit einem Berg von unerledigten Sachen im Kopf aufzuwachen.

Einen dieser Tage…

Einen dieser Tage…

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…die man am liebsten einfach in die Ecke pfeffern möchte, hatte ich gestern. Alles fing ganz friedlich an, Hundespaziergang, Putzen, Einzelergotherapie. Auf dem Weg nach Hause bekam ich Nachrichten und ein Bild von meiner Schwiegermutter: Sie ist total glücklich, dass ihr Enkelkind das erste Mal bei ihnen übernachtet hat.

Ich war nicht darauf vorbereitet, um so härter hat es mich getroffen. Als ich zu Hause ankam, war ich völlig aufgelöst und hatte jede Menge schlimme Gedanken im Kopf: „Ich habe versagt, weil wir keine Kinder haben, am liebsten möchte sterben“, „Der Schmerz in mir ist so groß, am liebsten würde ich mich selber verletzen“.

Musik hören und spülen brachten mich auch nicht auf andere Gedanken. Schließlich nahm ich meine Bedarfsmedikation und legte mich hin. Ein Hund blieb bei mir im Schlafzimmer, und die Katze legte sich auf meine Brust. Mein Mann kam nach Hause, ich redete mit ihm darüber, kochte, legte mich hin, schlief eine Stunde, sah fern – in mir tobte immer noch das Chaos. Eine schöne warme Dusche vor dem Schlafengehen half auch nicht weiter, ich lag lange wach. Mehr von dem Bedarfsmedikament nehmen wollte ich nicht, damit das Aufstehen am nächsten Morgen nicht zu schwierig wird.

Heute morgen fühlte ich mich immer noch nicht wirklich besser, aber ich schaffte es irgendwie, um selbstverletzendes Verhalten herumzukommen. Die Hunderunde fiel länger aus als gewöhnlich, und ich nahm mir Zeit zum Nachdenken. Mir wurde klar, dass ich meiner Schwiegermutter unbedingt begreiflich machen wollte, was gestern in mir ausgelöst wurde. Es ging mir nicht um Schuldzuweisung oder Rechtfertigung – nur darum, dass so etwas nicht wieder passiert. Also schrieb ich ihr, dass der Schmerz über unsere Kinderlosigkeit gestern wieder heftig in mir hochgekommen ist, und dass ich momentan immer noch sehr angespannt und damit beschäftigt bin, mich in meinem neuen Alltag zurecht zu finden. Und auch, dass ihr Sohn und der neue Alltag momentan bei mir ganz oben stehen, ich aber damit auch völlig ausgelastet bin.

Ich weiß nicht, welche Antwort ich darauf bekommen werde, aber endlich fühle ich mich besser. Die Therapeutin im Krankenhaus hat mir gesagt, dass ich meinem Umfeld schon mitteilen muss, was seine Worte und Taten in mir auslösen – sonst kann auch keiner Rücksicht nehmen. Es fällt mir nach wie vor nicht leicht, ich habe immer das Gefühl, mich damit verletzlich zu machen. Andererseits kann ich so auch einen Teil von meiner Last loswerden. Anscheinend habe ich genau das heute gebraucht.

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Die erste große Liebe | abc-Etüden

Die erste große Liebe | abc-Etüden

Christiane lädt wieder ein zu den abc-Etüden, die Ideen kommen dieses Mal von Wortgerinnsel.

Als Susanne drei Jahre alt war, zogen ihre Eltern aus der Studentenwohnung im Süden der Stadt in einen „Beamtensilo“ in den Norden.

Dort lernte sie viele Kinder in ihrem Alter kennen. Vor allem mit einem Knirps namens Sebastian verband sie bald eine tiefe Freundschaft. Zusammen beobachteten sie ganz genau, was die Erwachsenen so taten.

Um manches beneideten sie ihre Eltern sehr: Niemand sagte den Großen anscheinend, wann sie ins Bett zu gehen hatten, und sie gingen ein und aus wie sie wollten.

Andere Seiten des Erwachsenenlebens schienen ihnen geradezu grotesk. Taten ihre Eltern das, was in den Aufklärungsbüchern stand, wirklich? Susanne hatte eigentlich nur wissen wollen, warum ihre Tante auf einmal so einen dicken Bauch bekommen hatte und wie ein Baby da hinein gekommen sein sollte. Aber die Antworten auf ihre Fragen stellten sie nicht zufrieden.

Eines war Susanne und Sebastian schon bald klar: Sie würden zusammen bleiben und später heiraten.

Die Jahre vergingen und aus Junge und Mädchen wurden hormongesteuerte Teenager. Susanne fing an, ihre Gedanken in einem Tagebuch zu notieren. Immer noch stand für sie fest, dass sie und Sebastian zusammen bleiben würden. Sebastian aber begann, immer mehr mit seinen Kumpels zusammen zu sein und hatte kaum noch Zeit für sie.

Susannes Eltern beschlossen, umzuziehen. Ob es ihr gefiel oder nicht, sie musste mit.

Das war das Ende ihrer ersten großen Liebe. Sie lernte ihren späteren Mann mit siebzehn kennen und bereute die Heirat nie.

Dann kam das Internet, und irgendwann begann sie, nach Sebastian zu suchen. Als sie sein Bild sah, war sie überrascht über die Vielzahl von Gefühlen und Erinnerungen, die auf sie einstürmten.

Sie war glücklich verheiratet, aber einen Platz in ihrem Herzen würde Sebastian immer behalten, auch wenn sie genau wusste, dass sie sich wahrscheinlich nie wieder sehen würden.