Satinhochzeit|abc-Etüden

Satinhochzeit|abc-Etüden

Etüden 2019 04+05 | 365tageasatzaday

Christiane lädt wieder ein zu den abc-Etüden, die Denkanstöße kommen dieses Mal von Myriade.

Dieses Jahr war unser 24. Hochzeitstag. Angeblich wird dieser Tag auch Satinhochzeit genannt, aber ich habe keine einheitliche Erklärung gefunden, woraus sich diese Bezeichnung ableitet.

Eine These ist, dass Satinstoff zwei Seiten hat – eine ist seidig und glatt, die andere rau. Das ist eine Analogie zu den guten und schlechten Zeiten, die sich während dieser Jahre wahrscheinlich in jeder Ehe ereignen.

Oft kann ich kaum glauben, dass dieser Tag schon so lange her sein soll, an dem wir im Kölner Rathaus vor dem Standesbeamten standen – fest entschlossen, von nun an zusammen aus der Salatschüssel zu essen, die das Leben uns vorsetzt. Wie die meisten Ehepaare am Tag ihrer Hochzeit waren wir voller guter Vorsätze, und zum Glück wussten wir damals nichts von den dunklen Wolken, die manchmal den gemeinsamen Weg verdecken.

Ehe bedeutet für mich unter anderem, Verantwortung zu übernehmen. Was ich tue, hat Konsequenzen für meinen Ehemann, und umgekehrt. Aber genau so wichtig finde ich, dass beide Ehepartner sich über eines klar sein müssen: Menschen verändern sich im Laufe ihres Lebens – nicht immer zum Guten, und „Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ ist keine Selbstverständlichkeit. Dass chronische Schmerzen und Depressionen einmal Teil unseres Lebens sein würden, haben wir damals nicht geahnt. Wir haben auch nicht gewusst, wieviel Vertrautheit und Nähe zwischen uns entstehen würde; oder wie glücklich uns die gemeinsame Fürsorge für unsere Fellnasen macht.

Das Gute und das Schlechte, die glatte und die raue Seite – wir kennen das ungeschminkte Gesicht des Schicksals. Aber wir tragen unsere Kleider aus Satin mit Stolz.

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Freitags-Füller # 507

Freitags-Füller # 507

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt.

1.  Es wird Zeit, dass die Tage endlich wieder länger werden.

2.  Jeden Abend sage ich zu mir: „Geh‘ zu einer vernünftigen Zeit ins Bett, und vergiss nicht, vor dem Schlafengehen noch einmal nach allen Tieren zu schauen!“

3.  Gestern Abend waren wir Hundefutter holen und sind auf der Rückfahrt in den ersten Schnee dieses Jahres geraten. Ich will aber lieber Frühling.

4.  Erst eine Blasenentzündung, dann eine Erkältung und jetzt noch mal heftiger Husten –   im Ernst?

5.  Als Kind musste ich zum Logopäden, um trotz meiner Hörbehinderung möglichst gut sprechen zu lernen. War ziemlich grausig, weil ich den Sinn nicht verstanden habe.

6.  So manches Mal frage ich mich: Wann wächst endlich mal Gras über die ganze Sache.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf hoffentlich weniger Husten , morgen habe ich geplant, mit meinem Mann nach dem Gassi gehen einkaufen zu gehen  und Sonntag möchte ich nachhören, wie es meiner Mutter nach ihrer Zahn-OP geht!

Freitagsfragen #33

Freitagsfragen #33

Freitagsfragen

Die Freitagsfragen gibt es bei Nickel. Meine Antworten sind fett.

1.) Bezahlst Du lieber Bar oder mit Karte? Sowohl als auch. Das Haushaltsgeld hole ich einmal im Monat und lege es in eine Geldbörse – so kommen sowohl mein Mann und ich einfach dran und umständliches Verrechnen entfällt. Meine persönliche Ausgaben zahle ich meistens mit Karte, damit ich nicht mit so viel Bargeld in der Tasche herumlaufen muss.

2.) Bist Du sparsam mit Deinem Geld? Abgesehen davon, dass große Sprünge nicht drin sind, versuche ich ein gesundes Gleichgewicht zu halten. Ein Teil wird gespart, ein paar Kleinigkeiten erlaube ich mir aber auch im Alltag.

3.) Was ist Deine teuerste Anschaffung? Mein Handy. Da genieße ich es doch sehr, ein neueres Modell zu haben.

4.) Die Wahl der Qual: Arbeitslos oder überarbeitet? Auch hier gilt: Die Mischung macht’s. Beide Extreme sind auf lange Zeit nicht gut für mich. Also versuche ich, die meiste Zeit meine Aufgaben gut zu verteilen.

10 Dinge, für die ich in der letzten Woche dankbar war

10 Dinge, für die ich in der letzten Woche dankbar war

Spät, aber doch mein Rückblick auf zehn Dinge, die in der letzen Woche gut gelaufen sind.

  • Wir haben unseren 24. Hochzeitstag gefeiert. Ich bin sehr dankbar, dass wir es so weit gebracht haben – durch gute und schlechte Zeiten. Es ist nicht immer einfach, aber wir sind beide der Meinung, dass eine Ehe Mühe und Arbeit wert ist.
  • Mein Mann hat sich eine üble Erkältung eingefangen, inclusive jeder Menge Husten, was unsere Nächte ziemlich schwierig macht. Ich habe versucht, ihm da durch zu helfen, und es sieht endlich so aus, als ob er über dem Berg ist – dafür bin ich wirklich dankbar.
  • Samstag ist mein Mann zu Hause geblieben, während ich mit unserer Freundin und deren Hund losgezogen bin. Es gab eine schwierige Situation, als wir eine ziemlich belebte Straße entlang gegangen sind. Ich war sehr angenehm überrascht, dass unser Nervenbündel Sam ganz nah bei mir geblieben ist und nicht einmal versucht hat, auf andere Leute los zu gehen – noch im Oktober war das ganz anders. Juchu, ein Fortschritt!
    Ich habe das Gefühl, dass in den letzten drei Monaten eine Verbindung zwischen mir und Sam entstanden ist. Wenn wir zu zweit mit den Hunden unterwegs sind, kümmere ich mich um Janet, und mein Mann hat Sam an der Leine. Aber die Hunde haben sich mittlerweile daran gewöhnt, auch mit mir alleine unterwegs zu sein. Und das scheint sich endlich auszuzahlen. Ich fühle mich sehr geehrt, dass Sam anfängt, mir zu vertrauen.
  • Ich war auch ein bisschen stolz auf mich selber, dass ich gelernt habe, schwierige Situationen beim Gassi gehen zu regeln. Das funktioniert nicht immer, Sams Verhalten ist unvorhersehbar, und das wird auch so bleiben, aber das stresst mich nicht mehr so sehr.
  • Wir waren mit Janet beim Tierarzt für ihren jährlichen Check up. Sie mag zehn Jahre alt sein, aber sie ist immer noch bei guter Gesundheit. Das hat uns sehr gefreut!
  • Ich habe gemerkt, dass die Tage wieder länger werden. Was für eine Erleichterung. Ich komme mit kaltem Wetter zurecht, aber Dunkelheit kann meine Depressionen fördern. Aber mehr Licht bedeutet, dass auch diesmal der Frühling wieder kommen wird.
  • Habe meinen Eltern mit ihrem Laptop geholfen, das sich wirklich merkwürdig benommen hat… Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht alles verstanden und ich kenne Windows 10 nicht so gut  wie Windows 7, aber ich habe für fast alles eine Lösung gefunden. Ich bin froh, dass ich helfen konnte und dass jetzt alles wieder funktioniert.
  • Gestern habe ich mit meiner Mutter telefoniert, und es sieht so aus, dass sie recht gut mit dem Tod ihres Bruders zurecht kommt. Ich war froh, das zu hören.
  • Ich habe ein prima Rezept für Wraps gefunden, das uns beiden schmeckt. Es ist schön, manchmal etwas Neues zu kochen.
  • Ergotherapie hat wieder angefangen, und es war schön, alle wieder zu sehen. Wir wollen ein neues Gruppenprojekt starten, bei dem jeder ein Mosaik auf einer Leinwand gestaltet, und alle vier Teile zusammen bilden eine Windrose. Darauf freue ich mich sehr!
Freitags-Füller # 506

Freitags-Füller # 506

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt

1. Zu wenig Liebe und Wärme können das Leben sehr schwer machen.

2. Trockene Kälte finde ich erträglich, aber meine Schmerzen nehmen zu wenn es so ist wie heute – unangenehm nass und kalt.

3. Das Gute ist oft etwas total Simples, wie ein Lächeln oder eine Tasse Tee.

4. Nur Schlafen hilft mir im Fall von totaler Erschöpfung .

5. Zwischen Aufstehen und Schlafen gehen packe ich im Moment ganz schön viel.

6. Man kann das eigene Leben besser gestalten , das funktioniert!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Ruhe , morgen habe ich geplant, Linsensuppe zu kochen und Sonntag möchte ich ausschlafen!

Die zweite Chance|abc-Etüden

Die zweite Chance|abc-Etüden

2019 02+03 | 365tageasatzaday

Christiane lädt wieder ein zu den abc-Etüden, die Denkanstöße kommen dieses Mal von Ludwig Zeidler.

Als sie die Türe aufschloss, konnte sie schon Astros Krallen auf den glatten Fliesen hören, und kaum stand sie im Flur, war er an ihrer Seite. Wie immer wedelte er so heftig mit dem Schwanz, dass sich sein ganzer Körper mitbewegte. Sie streichelte das weiche Fell an seinem Kopf und redete leise auf ihn ein, bis er sich wieder beruhigte. Er wich ihr nicht von der Seite, als sie sich im Schlafzimmer bequeme Kleidung anzog und sich danach in der Küche eine kleine Schüssel Salat machte. Erst als sie sich im Wohnzimmer auf die Couch setzte und zu essen begann, legte er sich in sein Körbchen, aber er ließ sie nicht aus den Augen.

Astro war ihr ganz persönliches Abfallglück. Wortwörtlich, er war auf einer Müllhalde eingefangen wurden. Er hatte einen Chip, der aber bei keiner bekannten Organisation registriert war. Von Anfang an, hatten ihr die Pfleger im Tierheim erzählt, hatte er den Kontakt zu Menschen gesucht und war sehr anhänglich. Er liebte Menschen, und das obwohl die Liebe seiner vorherigen Familie ein viel zu frühes Verfallsdatum gehabt hatte.

Sie hatte im Fernsehen von Astros Geschichte erfahren, ein halbes Jahr nachdem ihr vorheriger Hund gestorben war und als ihr Herz wieder bereit war für einen neuen tierischen Wegbegleiter. Als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, hatte sein Blick – so unschuldig und sorglos – sie direkt in ihr Innerstes getroffen. Sie gehörten einfach zusammen. Das war jetzt zwei Jahre her.

Astro kam zu ihr, legte den Kopf auf ihr Knie und sah sie an – Zeit für seine heiß geliebte Runde durch den Wald. „Wie machst du das nur, die Vergangenheit einfach beiseite zu schieben?“, fragte sie. Natürlich bekam sie darauf keine Antwort. Seufzend stand sie auf, um die Leine zu holen.

(Diese Geschichte ist inspiriert von Anja und ihrer Hündin Irmi. Irmi wurde Heiligabend 2017 vor dem Tierheim angebunden aufgefunden. Sie entpuppte sich als ein wunderbar ausgeglichenes Tier und lebt friedlich mit einem Katzenrudel zusammen. Wer sie kennen lernt, liebt sie, und sie bringt uns alle dauernd zum Lachen. Ihr einziger Makel ist ihr Alter…
Wir waren etwas naiv und dachten, so etwas erleben wir nur einmal. Heiligabend 2018 wurden wir eines besseren belehrt, als wieder ein Hund vor dem Tierheim ausgesetzt wurde).

Freitags-Füller # 505

Freitags-Füller # 505

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt.

1.  In diesem Jahr will ich weiterführen, was ich letztes Jahr begonnen habe. Das wird bestimmt nicht immer einfach werden, aber es lohnt sich.

2.  Ich bin oft unsicher und muss mir immer wieder sagen: ich schaffe das.

3.  Es könnte sein, dass ich an manchen Problemen noch länger zu knabbern habe, aber da brauche ich wohl noch einiges an Geduld mit mir selber.

4.  Ich selber bin übrigens mein härtester Kritiker, das war schon immer so.

5.  Moment, warte mal, manches geht eben nicht von heute auf morgen, muss ich mir immer wieder sagen.

6.   Meine intensive Therapiezeit im Sommer wird mir von 2018 auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen schönen Caffe Latte , morgen habe ich geplant, meinen Mann in einen Zooladen zu begleiten (es geht um Aquariumzubehör)  und Sonntag möchte ich zum ersten Mal nach der Beerdigung meines Onkels wieder mit meinen Eltern telefonieren!