Schmerztherapie, Teil 1

Schmerztherapie, Teil 1

Auf zwei der Blogs, denen ich folge, ging es heute um das Thema Schmerzen. Ich bin selber Schmerzpatientin, weil mein Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule mir einiges an Jahren voraus hat – ich rede von Arthrose.

Schmerzen sind etwas, was jeder anders erlebt. Deswegen wird ein Arzt seinen Patienten darum bitten, die Intensität des Schmerzes von 0 (kein Schmerz) bis 10 (Schmerz nicht mehr auszuhalten) selber zu bewerten. Wie stark Schmerzen empfunden werden, hängt auch vom Allgemeinbefinden ab – wenn wir gut drauf sind, stecken wir auch Schmerzen besser weg.

Ein akuter Schmerz durch beispielsweise eine Verletzung muss ganz anders behandelt werden als ein chronischer Schmerz. Meine Erfahrung ist, dass es schwierig ist, einen Arzt zu finden, der sich mit lang anhaltenden Schmerzen und allem was sie mit sich bringen, auskennt. Mit meinem Rücken war es lange ein ziemliches Stückwerk, mal sechs Einheiten Physiotherapie und OP-Vorschlag vom Orthopäden hier, mal Tilidintabletten von der Hausärztin da, aber keine Linie. Irgendwann stieß ich bei meinen Recherchen darauf, dass es Schmerztherapie gibt. Mein Orthopäde nannte mir ein Krankenhaus, allerdings wurde mir bei meinem Anruf mitgeteilt, dass dort keine Schmerztherapie für ambulante Patienten mehr durchgeführt wird. Immerhin bekam ich noch die Information, welche Krankenhäuser im Umkreis eine Schmerzsprechstunde anbieten. GANZE ZWEI. Ich nahm also Kontakt zur nächsten Klinik auf (Entfernung ca. 28 km). Bevor ich einen Termin beim Arzt bekam, musste ich zuerst einen Schmerzfragebogen ausfüllen und die entsprechenden Befundberichte beilegen. Der Anruf der Sprechstundenhilfe für die Vereinbarung eines Termines erfolgte schnell, der nächste Termin war natürlich erst in zwei Monaten frei.

Vom ersten Moment fühlte ich mich dort gut aufgehoben. Freundliches Personal, umfassende Versorgung der Patienten nicht nur mit Medikamenten, sondern auch durch eine entsprechend geschulte Psychologin. Meine mit Depressionen, Angstzuständen und Borderline zusätzlich belastete Seele wurde genau so berücksichtigt wie mein Rücken. Es wurde solange gesucht und getüftelt, bis ich, die Patientin, sagte: „So kann ich leben!“ Am Anfang und bei Umstellung der Medikamente sind die Termine enger, wenn alles in Ordnung ist, einmal im Quartal. Rezepte für verordnetet Medikamente können auch per Post zugeschickt werden, bei Problemen wird sich um einen kurzfristigen Termin bemüht. Zumindest bis mittags ist eine der beiden Ärztinnen immer erreichbar. Leider, wie auch meine behandelnde Ärztin mir bestätigte, gibt es nur wenige dieser Schmerzsprechstunden, denn ein Großteil der Behandlung sind Gespräche, und die werden von den Krankenkassen nicht gut bezahlt.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Anlaufstelle gefunden habe. Die psychische Belastung durch Schmerzen ist erheblich gesunken, und das ist für mein Wohlbefinden von ungeheurem Wert. Bei meinem letzten stationären Aufenthalt in der Psychiatrie waren die Schmerzmittel natürlich auch Thema, aber mein Gefühl sagte mir, dass der Zeitpunkt nicht der richtige für eine Veränderung war. Das wird dann ein Thema für den nächsten Termin Ende des Monats sein.

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