Steuerangelegenheiten, Teil 2

Steuerangelegenheiten, Teil 2

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Mein Mann hängt noch ziemlich in den Seilen, ich war also ganz leise und habe spontan unsere Steuererklärung erledigt…

Wir haben nicht viele Angaben zu machen, deswegen reicht für die Erhebung unserer Daten eine Billigsoftware vom Discounter aus. Ich habe im Laufe der Jahre mehrere Software-Angebote genutzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass alle sowohl bei uns als auch bei meinen Eltern (wie gesagt, sehr unkomplizierte Fälle) sehr gute Ratschläge gegeben und korrekte Ergebnisse erzielt haben, die mit der Abrechnung durch die Finanzämter überein stimmten. Eine sehr überschaubare Ausgabe im Rahmen von 5€ bis 15€, die sich für mich immer schnell ausgezahlt hat. Es ist wahrscheinlich Geschmackssache, was angenehmer ist: Das Eintragen der Zahlen auf Papierformulare, oder die Eingabe am Computer. Ich habe schätzen gelernt, dass ich mich am PC in einer Liste von oben nach unten durcharbeiten kann, und dass die erledigten Punkte als solche gekennzeichnet werden.

Außerdem habe ich sobald es ging, die Datenübermittlung per ELSTER eingerichtet. Das war allerdings etwas aufwändiger. Ich habe mich für die Legitimation mit Zertifikatsdatei entschieden. Diese wird auf dem Rechner/Laptop gespeichert und wird mit zwei Aktivierungscodes freigeschaltet, wovon einer per Mail, der andere per Briefpost mitgeteilt wird. Danach muss noch der Belegabruf eingerichtet werden, damit die entsprechenden Daten vom Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger, Versicherungen etc. abgerufen und in die Steuererklärung übernommen werden können. Sollen noch die Daten anderer Familienangehöriger (in meinem Fall Ehepartner) übernommen werden, muss auch dafür ein gesonderter Code angefordert werden, der dann aber auch nur einmal gebraucht wird.

Das hört sich zum Haare raufen an? Ist es beim ersten Mal auch. Es ist auch zu bedenken, dass die Aktivierungs- und Abrufcodes jeweils ungefähr eine Woche brauchen, bis sie vom zuständigen Finanzamt per Briefpost beim Steuerpflichtigen ankommen. Bei der ersten Nutzung von ELSTER können durchaus Wochen vergehen, in denen nichts passiert und die Steuererklärung nicht bearbeitet werden kann. Zu beachten ist auch, dass bestimmte Codes befristet und andere unbefristet gültig sind. Ich habe meine alte Email-Adresse, die ich bei der ersten ELSTER-Anmeldung angegeben hatte, zwischenzeitlich gelöscht. Also habe ich die Nachricht verpasst, in der ich aufgefordert wurde, die Zertifikatsdatei zu verlängern… und musste dieses Jahr eine neue Zertifikatsdatei erstellen und dann erst auf den neuen Aktivierungscode, und dann auf einen neuen Abrufcode warten. Aber: Einmal alles in Gang gebracht, funktionierte es bei uns immer einwandfrei.

Auf meine Anfrage hat mir das für uns zuständige Finanzamt mitgeteilt, dass die Bearbeitung der Steuererklärungen nach Eingang erfolgt. Dabei ist unerheblich, ob die Abgabe auf die herkömmliche Art oder online erfolgt. Das ist einerseits fair, weil nicht jeder Zugang zu einem Computer oder die Nerven hat, sich durch den oben beschrieben Codedschungel zu wühlen. Das bedeutet aber auch: Keine Vorteile für ELSTER-Nutzer in Hinsicht auf den Zeitpunkt der Bearbeitung (ob das bundesweit so gehandhabt wird, weiß ich nicht). Ich konnte auch nicht feststellen, dass wir unseren Steuerbescheid schneller bekommen als vorher.

Bleibt der Vorteil, dass durch die automatischen Übernahme der Daten Schreibfehler entfallen und alles an der richtigen Stelle steht. Dieser wird allerdings dadurch teilweise aufgehoben, dass ich zum Teil schwer verständliche Rückfragen bei der abschließenden Plausibilitätsprüfung der Steuersoftware bearbeiten musste. Ich habe zwanzig Jahre in der Finanzbuchhaltung gearbeitet und komme zurecht, aber ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich undurchsichtig erscheinen kann.

Der hauptsächliche Vorteil von ELSTER liegt natürlich in der schnellen und nachweisbaren Übermittlung der Daten an das Finanzamt. In den meisten Fällen dürfte es nicht so wichtig sein, ob der Versand der Unterlagen per Post die Bearbeitungsdauer in paar Tage verlängert.

Mein Schwiegervater erledigt die Steuererklärungen für sich und drei der vier Kinder immer noch auf die konservative Art und Weise. Ich nutze für uns und meine Eltern den neuen Weg. Während ich der Meinung bin, dass die Unterstützung durch eine Steuersoftware durchaus Vorteile hat, vor allem die zahlreichen Hinweise, bin ich mir in Hinsicht auf ELSTER nicht so sicher. Das mag je nach Art und Umfang der abzugebenden Steuererklärung variieren, ich habe nur begrenzte Erfahrungen. Die Ersteinrichtung mit der Anforderung aller Codes ist zeitaufwändig und die Vorteile nicht offensichtlich.

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5 Gedanken zu “Steuerangelegenheiten, Teil 2

    1. Das ist natürlich eine generelle Frage. Bevor die Daten beim FA landen, werden sie vorher schon von Arbeitgebern, Versicherungen, Krankenkassen usw. auf die Datenautobahn geschickt ohne dass wir darauf Einfluss haben, da ist das FA nur ein weiterer Mosaikstein. Über dieses Thema wird bestimmt noch viel geredet werden.
      LG, Viola

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  1. Fein. Ich mache es seit Jahren genauso. Egal wo, eine Ersteinrichtung bedeutet immer etwas Aufwand. Die Finanzämter haben die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters vorbildlich umgesetzt. Um den Teil der Daten, den ich elektronisch übermittele mache ich mir keine großen Sorgen, da das Gros der Daten von anderen Stellen (Arbeitgeber, Versicherungen, Geldinstitute …) ans Finanzamt eh übermittelt wird. Vor ein paar Jahren sagte mir ein Angestellter des örtlichen Finanzamtes, dass die Bearbeitung der elektronischen Steuererklärung vorgezogen würde, einerseits um Anreize für die Umstellung zu schaffen, andererseits, weil das FA seine Vorteile (keine Belegerfassung) an den Kunden weitergeben möchte. Ob das in 2018 noch gilt, weiß ich nicht. Liebe Grüße, Bernd

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    1. Hallo Bernd, hier ist das FA anscheinend noch nicht so weit (Bearbeitung nach Eingang, egal ob über ELSTER oder in Papierform). Das könnte hier besser laufen, wenn die Umstellung auf ELSTER gewünscht ist. Ich kann dir nur zustimmen, wenn es einmal läuft, funktioniert es zuverlässig. Für mich war der letzte Schritt nur ein kleiner, weil ich schon länger Steuersoftware nutze, und die heute immer ELSTER-kompatibel sind. Und ich bin so ein kleiner Technik-Derwisch, der es liebt, solche Sachen auszuknobeln und zu nutzen.
      LG, Viola.

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