Freitags-Füller #477

Freitags-Füller #477

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt.

1. Ein Angriff auf mich lässt mich oft ziemlich ratlos zurück.

2. Im Mittelpunkt zu stehen, offengestanden behagt mir diese Situation nicht.

3. Ich bin’s, die nicht ohne tierische Mitbewohner leben möchte.

4. Im Moment geht es für mich oft zurück zur Ausgangsposition.

5. Ich achte auf das Wohlergehen aller um mich herum.

6. Ich bin im Laufe der Jahre nachsichtiger mit mir und meiner Umwelt geworden.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Katzenkuscheln, morgen habe ich geplant, nach dem Gassi gehen Eis essen zu gehen und Sonntag möchte ich Wäsche waschen !

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Seidenmalerei

Seidenmalerei

Nun ja, ich bin wahrscheinlich nicht die größte Seidenmalerei-Künstlerin, aber ich bin fasziniert von Kreisen. Warten wir ab wie es aussieht, wenn es fertig ist. Es wird ein Kissen, 40×40 cm.

Was mir heute aufgefallen ist: In unserer Ergotherapiegruppe sind drei Leute, die schon in jungen Jahren an Krebs erkrankt sind. Zusammen bringen wir es auf einen Hirntumor, einen Tumor im Dünndarm und mein Melanom. 

Dass so etwas nicht spurlos an einem Menschen vorüber geht, ist klar. Dennoch sind wir alle drei uns einig, dass es wenig Unterstützung für Überlebende einer Krebserkrankung im mittleren Alter gibt. Zwar kann man Depressionen oder Angststörungen, die auf eine Krebserkrankung folgen, therapieren lassen. Da hört es aber auch schon auf.

Wehe, es treten Probleme am Arbeitsplatz auf. Das Arbeitsamt kratzt sich am Kopf, schickt die Betroffenen in ein Bewerbungstraining, und das war es. Ich war selber in so einer Maßnahme und weiß, wovon ich rede. Diejenigen, die im Erwerbsleben eingeschränkt sind, aber nicht eingeschränkt genug für Schwerbehinderung oder Erwerbsminderungsrente, haben es sehr schwer.

Aber das ist nur ein weiterer Punkt, an dem ich mir mehr Mitgefühl von unserer Gesellschaft wünsche. Auch Krebs kann schließlich jeden treffen.

Wenn eines zum anderen führt

Wenn eines zum anderen führt

Das oben ist mein gegenwärtiges Projekt in der Gruppenergotherapie. Die Umrisse der Blumen waren vorgemalt, aber es ist trotzdem eine ziemliche Feinarbeit und dauert länger, als ich am Anfang gedacht habe.

Wie neulich erwähnt, läuft meine Einzelergotherapie in den nächsten Wochen aus. Da trifft es sich gut, dass meine Ergotherapeutin nach ihrer Fortbildung eine Entspannungsgruppe ins Leben rufen möchte. Ihr Ziel dabei ist, ihre Klienten mit Übungen zu versorgen, die sie vor allem im Alltag anwenden können. 

Das ist genau mein Problem. Im Laufe meines Therapielebens sind mir viele sinnvolle Übungen untergekommen, aber vieles ließ sich im Alltag nicht unterbringen. Insofern könnte ich von so etwas enorm profitieren. Ob diese Gruppe wirklich zustande kommt, muss sich noch zeigen.

Aber es ist gut, wenn sich immer wieder etwas Neues auftut.

Nachtrag zum Tierheimfest

Nachtrag zum Tierheimfest

Auf dem Tierheimfest war ein Besucher, der obwohl äußerlich erwachsen, sich wie ein Kind verhielt. Keine große Sache eigentlich, bis er auf einmal völlig ausflippte, weinte, auf der Stelle trampelte und sich in den Handrücken biss.

Er tat mir so leid, aber ich wusste nicht, ob und wie ich hätte helfen können. Außerdem hatten wir genug mit unseren Hunden zu tun, denn die reagierten auf die veränderte Atmosphäre und bellten wild. Und nicht nur Janet und Sam bellten, andere Hunde waren genauso irritiert.

Ich sagte zu meinem Mann: „Er ist doch bestimmt nicht alleine hier“, und er stimmte mir zu. Aus der Menge traten zwei Frauen, die sich um den Mann kümmerten. Sie berührten ihn nicht, sondern redeten mit ihm, und alles war schnell wieder vorbei.

Es tut mir weh, jemanden in so einem hilflosen, aufgeregten Zustand zu sehen. Ich kenne das ja auch von mir. 

Möge immer jemand in unserer Nähe sein, der uns helfen kann. MAuf dem Tierheimfest war ein Besucher, der obwohl äußerlich erwachsen, sich wie ein Kind verhielt. Keine große Sache eigentlich, bis er auf einmal völlig ausflippte, weinte, auf der Stelle trampelte und sich in den Handrücken biss.

Er tat mir so leid, aber ich wusste nicht, ob und wie ich hätte helfen können. Außerdem hatten wir genug mit unseren Hunden zu tun, denn die reagierten auf die veränderte Atmosphäre und bellten wild. Und nicht nur Janet und Sam bellten, andere Hunde waren genauso irritiert.
Ich sagte zu meinem Mann: „Er ist doch bestimmt nicht alleine hier“, und er stimmte mir zu. Aus der Menge traten zwei Frauen, die sich um den Mann kümmerten. Sie berührten ihn nicht, sondern redeten mit ihm, und alles war schnell wieder vorbei.
Es tut mir weh, jemanden in so einem hilflosen, aufgeregten Zustand zu sehen. Ich kenne das ja auch von mir.
Möge immer jemand in unserer Nähe sein, der uns helfen kann. Manchmal schaffen wir es einfach nicht alleine…manchmal schaffen wir es einfach nicht alleine…

Wer gewinnt?

Wer gewinnt?

Gestern waren wir auf dem Sommerfest des Tierheims, aus dem wir Janet und Sam haben. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, mit deren Hund und einem Tierheimhund mein Mann samstags Gassi geht, hat mich auf die Narben an meinen Armen angesprochen: „Mit wem hast du da gekämpft?“

„Mit mir selber“, antwortete ich. Ich verstecke meine Narben nicht, stelle sie aber auch nicht zur Schau. Wenn ich wie gestern dreiviertel Ärmel trage, sind sie eben zu sehen.

„Wer gewinnt?“ fragte sie, und diese Frage gibt mir nun wirklich zu denken. In erster Linie ist das Ritzen für mich Stressabbau, damit ich nicht noch mehr aufdrehe. In zweiter Linie soll es dazu dienen, mit den Schmerzen außen ein Gegengewicht zu den Schmerzen in mir zu schaffen. Leider hilft es nur kurze Zeit.

Aber die Frage geht mir nun wirklich im Kopf herum. Wer gewinnt, wenn ich mich selbst verletze? Verliere ich damit nicht auf ganzer Linie?

Und diese Frau ist in keiner Weise im sozialen Bereich tätig, sie wollte nichts mit ihrer Frage bewirken.

Verdammt.

Papas Mädchen|abc-Etüden

Papas Mädchen|abc-Etüden

Es gibt wieder eine neue Schreibeinladung von Christiane, die Ideen sind diesmal von Myriade, das Bild ist von Ludwig Zeidler.

Alina saß vollkommen ruhig vor den Polizeibeamten, denen sie soeben den von langer Hand geplanten Mord an ihrer Mutter gestanden hatte. Anhänger der Psychoanalyse hätten den Grund für diese Tat wohl als Ödipuskomplex bezeichnet. Schon als kleines Mädchen hatte sie darauf bestanden, möglichst viel Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Damals hatten alle das süß gefunden und Verständnis dafür gehabt, dass nur Papa sie zum Voltigieren bringen durfte. Dazu hatte sie immer giftgrüne Leggings getragen, und zwischendurch hatte sie immer wieder zu ihrem Vater hinübergewinkt, der zusammen mit den anderen Eltern (meistens Müttern) ihren Kindern zusah. Und jedesmal hatten seine Augen geleuchtet, wenn er zurück winkte. Nein, es gab keinen Zweifel, sie beide waren dazu bestimmt, ihr Leben miteinander zu verbringen. Warum er sich nie dazu hatte durchringen können, seine Frau, die sie Mama nannte, zu verlassen, würde sie nie verstehen. Aber jetzt war dieses Problem aus der Welt geschafft, und sie konnten den Rest ihres Lebens zusammen verbringen. Wann er sie wohl endlich hier abholen würde?

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Neues von Sam

Neues von Sam

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Es ist einige Zeit her, dass ich von Sam berichtet habe. Das liegt daran, dass Fortschritte bei ihm viel Zeit brauchen. Aber sie passieren, und das ist die Hauptsache.

Lange war es eine echte Herausforderung, mit Sam in einer Gruppe anderer Hunde mitzugehen. Ohne Maulkorb ging nichts, und er reagierte nahezu panisch, wenn andere Hunde ihm nahe kamen, oder – noch schlimmer – Kontakt zu ihm aufnehmen wollten: Dann wurde gejault, geknurrt oder gebissen.

Sonntags veranstaltet das Tierheim einen Spaziergang. Mein Mann nimmt mit Sam und Janet daran teil. Janet ist sehr sicher mit anderen Hunden, sie ist kein dominanter Hund, aber sie ist immer freundlich und eindeutig in dem, was sie will oder nicht will. Deshalb ist sie die ideale Lehrerin für Sam, der seine erste Zeit ohne Hundekontakte in einer Tötungsstation verbrachte.

Jedenfalls sind beim Spaziergang sonntags meistens die gleichen Hunde und Menschen dabei, und Sam verstand irgendwann, dass ihm keiner etwas tut. Er wurde ruhiger, und wir konnten den Maulkorb weglassen. Neulich beschlossen alle Hundehalter, die Hunde zusammen auf einer Wiese frei laufen zu lassen. Und oh Wunder: Sam verhielt sich, als ob er nie etwas anderes getan hätte. Er forderte andere Hunde formvollendet zum Spielen auf und tobte herum. Ein Hund aus der Gruppe fixiert ihn schon mal, das ignorierte er.

Wir hätten uns kein besseres Ergebnis wünschen können.

Es gibt noch genug Baustellen mit ihm, um so schöner, wenn es Fortschritte gibt, und das ist ein großer!

Und wenn er mich so anschaut wie auf dem Foto oben bin ich sicher, dass wir noch mehr erreichen werden mit ihm.

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