Freitags-Füller # 486

Freitags-Füller # 486

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt.

1. Es kann doch nicht sein, dass es immer noch nicht richtig regnet.

2. Ich kann keine Eier kochen, das erledigt bei uns der Eierkocher.

3. Gestern morgen war ich ziemlich schlecht drauf.

4. Meine Stiefeletten bleiben immer noch im Schrank .

5. Mich würde wirklich mal interessieren, was in den Köpfen des Pflegepersonals hier auf der Station manchmal vorgeht.

6. Netflix gibt es bei uns immer noch nicht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett , morgen habe ich geplant, mit meiner Mutter in die Stadt zu fahren und Sonntag möchte ich mit meinem Mann und den Hunden spazieren gehen !

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Routerprobleme

Routerprobleme

Unser Router hat das letzte Gewitter nicht überstanden 😦 Bloggen muss warten, bis dieses Problem behoben ist.

Liebe Grüße und bis hoffentlich bald,

Viola. 

Geocaching |abc-Etüden

Geocaching |abc-Etüden

Christiane lädt wieder ein zu den abc-Etüden. Diesmal kommt die Idee von Frau Vro, die Bilder hat wie immer Ludwig Zeidler gestaltet.

Da standen sie nun, Marie, Frank und seine beiden Töchter Emily und Lena. In der Ferne wurden die Motorengeräusche der Streifenwagen zu einem leisen Schnurren und waren schließlich gar nicht mehr zu hören.
Vier Monate vorher hatte Marie sich ein Herz gefasst und Frank, der wie sie Stammgast in der „Nadelnden Tanne“ war, angesprochen. Heute, nachdem Weihnachtsfeiertage und Frühjahrsmüdigkeit vorbei waren, hatte sie bei einem zwanglosen Geocaching-Ausflug seine Töchter kennen lernen sollen. Das Wetter war wunderbar, die Mädchen hatten gleich Zutrauen zu ihr gefasst und die App hatte sie ohne Probleme zu dem Ort geführt, an dem der Cache vergraben sein sollte. Ekstatisch hatten alle angefangen, im Waldboden zu graben, und dann hatte da dieser menschliche Schädel gelegen. Emily hatte sofort hysterisch zu weinen angefangen, Lena war zum Glück noch zu klein um alles zu verstehen, Marie hatte sich auf ihren Rock übergeben, nur Frank war ruhig geblieben und hatte die Polizei angerufen. Wie sich herausstellte, war alles nur ein schlechter Scherz gewesen, der Schädel war aus Plastik…
Die beiden Erwachsenen sahen sich ratlos an, Frank sah die unausgesprochene Frage ‚Was nun?‘ in Maries Augen und schüttelte den Kopf, was ‚Später‘ bedeuten sollte.
„Kommt, wir gehen jetzt erst mal wieder zum Auto zurück, es wird bald dunkel“, sagte er.

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Köln, wir müssen reden… 

Köln, wir müssen reden… 

Ich gebe zu, ich habe mich rargemacht in den letzten Jahren. Meine Besuche sind kurz und zweckgebunden: Bei meinen Eltern oder Schwiegereltern vorbeischauen, Termin beim Hals-Nasen-Ohren Arzt, Sommerfest bei Pit, Staff und Co. Lange habe ich nicht mehr bei dir einfach Zeit mit dir verbracht, um bei Dir zu sein.

Dabei kenne ich Dich von Geburt an. Meine Eltern verbrachten meine ersten Lebensjahre in Deinem Süden nahe der Universität. Nachdem mein Vater sein Studium abgeschlossen hatte und begann, an der gleichen Schule zu unterrichten, an der er vorher selber Schüler gewesen war, wurde Dein Norden unsere Heimat. Mein Vater arbeitete als Lehrer für Deutsch und Geschichte, er wollte, dass ich Deine vielen Gesichter kennenlerne und mir zeigen, welche Menschen Dich zu dem gemacht haben, was Du heute bist.

Regelmäßig gingen über die Hohenzollernbrücke, vorbei am beeindruckenden Kölner Dom. Während Züge neben uns vorbei donnerten und die Brücke zum Beben brachten, starrte ich hinunter in den Rhein und fragte mich, wohin die Schiffe unterwegs waren, Holland und Schweiz schienen mir als Kind unendlich weit weg. Ich lernte, wie klein Du früher warst, und dass du irgendwann aus den engen Stadtmauern ausgebrochen bist und begonnen hast, Dich auszubreiten, bis weit auf das andere Rheinufer hinaus. Du warst von Anfang an eine neue Heimat von Menschen, die von weit her kamen: römische Soldaten, Händler, später Gastarbeiter. 

Du hast mir viele kulturelle Möglichkeiten geboten, und ich habe vieles genutzt. Unzählige Stunden habe ich in Museen, in der Oper, in einem der zahlreichen Theater, im Kino, beim Flöte spielen, beim Reiten oder beim Ballett verbracht.

Deine Bevölkerung war immer schon bunt. Ich wurde von den türkischen Familien meiner Klassenkameraden zum Essen eingeladen, viele unserer Nachbarn kamen aus anderen Teilen Deutschlands oder der Welt und brachten neue Redensarten und Gerichte mit…  An jeder Ecke wartete etwas Neues, so viele Türen waren offen.

Ich erlebte Deine große Wandlung zur Dienstleistungsmetropole mit und war stolz, wie sehr du Touristen beeindruckt hast. 

Dann wollte ich mit meinem heutigen Mann zusammenziehen. Du hast Dich damals von einer neuen und sehr hässlichen Seite gezeigt: Wohnraum ist Mangelware bei Dir, oder sehr teuer. Heute noch mehr als damals Mitte der 1990er Jahre. Schweren Herzens habe ich Dich damals verlassen und mich nur sehr langsam auf dem Land eingelebt. Aber ich kam weiterhin fast täglich zum Arbeiten bei dir vorbei. Oft blieb ich danach noch ein Weilchen bei dir, shoppen, einen Kaffee trinken, meine Eltern oder meine Oma besuchen. Und jeden Morgen hast Du mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wenn ich am Hauptbahnhof ankam und den Dom sah. 

Seitdem ich nicht mehr täglich zu Dir komme, ist unser Kontakt eher sporadisch und beschränkt sich auf das, was ich von Dir über Dritte höre oder lese. Ich weiß um die schlimmen Dinge, die Silvester 2015 passiert sind. Mir ist klar, dass es mittlerweile Gegenden gibt, die „man besser meidet“. Aber so richtig klar geworden ist es mir erst vor ein paar Tagen an Silvester. Ich hatte das Gefühl, mich in einem Kriegsgebiet zu befinden. So viele Polizisten, so viele abgesperrte Gebiete. Ich war froh, wieder zurück in mein Dorf zu kommen. Ich hätte nie gedacht, dass ich Dir das jemals sagen würde.

Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass ich wieder zu Dir zurück kehre, wenn ich alt bin. Wenn ich nicht mehr Auto fahren kann und froh sein werde, dass ich an fast jeder Ecke eine Bus- oder Bahnhaltestelle finde. Ich weiß nicht mehr, ob es dazu kommen wird. Du hast Dich verändert, das ist der Lauf der Welt, aber deine Wärme und Menschlichkeit sind dabei auf der Strecke geblieben. Bitte sei für den Moment zumindest unseren Eltern ein gutes und sicheres Zuhause.

Aber irgendwie liebe ich dich immer noch.

Ein Weihnachten zum Vergessen

Ein Weihnachten zum Vergessen

Dieses Jahr war Weihnachten so weit von besinnlich entfernt wie lange nicht mehr. Heiligabend hatten wir Besuch von meinen Eltern. Sam war zuerst unruhig und hat gebellt, aber das kennen wir von ihm. Erfahrungsgemäß beruhigt er sich nach einigen Minuten wieder, und so schien es auch diesmal wieder zu sein. 

Als wir dachten, alles ist in Ordnung, sprang er aus heiterem Himmel meine Mutter an, die aufgestanden war und hinter mir her zur Küche ging. Auch 23 Kilo können jemand aus dem Gleichgewicht bringen, der nicht damit rechnet. Sie stolperte gegen den Türrahmen und schlug sich den Ellbogen auf. Gestern habe ich erfahren, dass meine Mutter heute deswegen zum Arzt gehen will, und sie ist niemand, der das wegen jeder Kleinigkeit tut. 

In mir ist damit ein Fass übergelaufen, das sich seit Sams Ankunft mit jedem Zwischenfall langsam gefüllt hat. Jedes Mal, wenn ich ihn in ein anderes Zimmer sperren muss, weil er sonst auf Postboten, Nachbarn, Freunde oder Verwandte los gegangen wäre – ein Tropfen. Jedes Mal, wenn er beim Spazierengehen hektisch an der Leine zieht, sodass an Entspannung nicht zu denken ist und ich mit dem Rollator kaum folgen kann – ein Tropfen. Jedes Mal einen wild bellenden Sam vom Fenster wegholen, wenn ein Auto oder ein Mensch am Haus vorbei geht – ein Tropfen. Jedes Mal Radfahrer oder Jogger attackieren – ein Tropfen. Mir ist egal, dass Sam bei uns sanft, verspielt und verkuschelt ist. Mir ist egal, dass mein Mann den Vorfall auf seine Kappe nimmt und sagt, dass es seine Schuld ist und er nicht aufgepasst hat. Mir ist egal, dass immer gesagt wird, wir wären Sams letzte Chance. So etwas darf nicht passieren und ich bin total entmutigt und ratlos, was weiter werden soll.

Am ersten Weihnachtstag sind wir zur Schwester meines Mannes gefahren, die ein gutes Stück entfernt lebt. Uns wurde als Weihnachtsgeschenk präsentiert, dass sie schwanger ist. Rumms. Wir sind ungewollt kinderlos, das hat alle alten Wunden wieder aufgerissen. Schneller Ruckzug unmöglich, wegen des langen Weges war eine Übernachtung dort vorgesehen. Ich war die ganze Zeit wegen Sam und den Ereignissen vom Vortag zusätzlich angespannt und hatte Angst, dass etwas Ähnliches noch einmal passieren könnte. Das Gästebett war eine Zumutung für uns beide und unglaublich hart. Morgens um halb sechs wollten wir dann still und heimlich nach Hause fahren. Das Auto hatte andere Pläne und sprang nicht an, leere Batterie. Also alle wach geklingelt und wieder zurück ins Haus. Für mich war die Nacht gelaufen, mein Mann fand noch ein paar Stunden Schlaf. Um neun hat mein Schwager uns dann Starthilfe gegeben und wir fuhren endlich wieder nach Hause.

Ab heute herrscht bei uns bis Silvester beruhigender Alltag, auch weil mein Mann arbeiten geht. Ich muss jetzt erst mal wieder mein Nervenkostüm in den Griff bekommen.

Wintersonnenwende

Wintersonnenwende


Wie im Bild zu sehen, haben wir in der letzten Ergotherapiestunde Plätzchen gebacken, die aber auch fast so schnell gegessen wie gebacken waren. Nun ja, die Weihnachtszeit ist eben nicht sehr figurfreundlich.

Heute ist endlich Wintersonnenwende, ab morgen werden die Tage wieder länger. Auch wenn sich das erst in ein paar Wochen so richtig zeigen wird, bin ich erleichtert darüber. Dass es dann oft im Januar erst so richtig kalt wird, macht mir wenig aus. Hauptsache ich wache wieder im Hellen auf. Das gibt meinem depressionsgebremsten Gehirn einen Kick, der mit nichts zu vergleichen ist!

Noch etwas Schwarzes… 

Noch etwas Schwarzes… 

Es ist kein Geheimnis, dass mir ein schwarzer Hund namens Depression ausgiebig folgt. Es passt aber gut in mein Leben, dass die Farbe Schwarz auch mit dem Melanom in Verbindung gebracht wird.

Im Jahr 2000 stellte sich heraus, dass sich in einem meiner Muttermale schwarzer Hautkrebs gebildet hatte. Ehe ich alles so richtig begriffen hatte, war ich schon stationär im Krankenhaus und wurde operiert – zum einen wurde das Muttermal am linken Unterschenkel großzügig entfernt, zum anderen ein Lymphknoten aus der Leiste entfernt um festzustellen, wie weit der Krebs fortgeschritten war.

Ich hatte Glück, der Krebs hatte noch nicht gestreut. Die Lymphbahnen waren nach der OP allerdings zerstört, das Bein vom Knie abwärts geschwollen. Das bedeutete Bandagieren in den ersten Wochen und danach einen Stützstrumpf tragen, Tag und Nacht. Ein halbes Jahr nach der OP hatte die Lymphe wieder neue Wege gefunden und die Schwellungen waren zurück gegangen.

Geblieben sind die Narben an Körper und Seele. Sonnenschein ist nicht mehr Zeichen von unbeschwerter Zeit an der frischen Luft, sondern ein Risiko, das ich einkalkulieren muss, zu jeder Jahrezeit. Die Unsicherheit, ob ich genug tue, um mich zu schützen, bleibt. Jeder Kontrolltermin beim Hautarzt ist von Anspannung, Angst und Übelkeit begleitet. Heute war es wieder einmal so weit, auch diesmal keine verdächtigen Hautveränderungen. Puh, einmal kurz durchschnaufen. Meine Nervosität wird in den nächsten Tagen wieder bis auf die übliche Grundanspannung zurück gehen. Ich werde aber nie mehr so unbesorgt sein wie vor diesem Erlebnis – Krebs passiert nicht nur den anderen, er ist auch Teil meines Lebens.

Ich mache aus meinen Erfahrungen keinen Hehl. Trotzdem muss ich meinen Mann an Sonnenschutz erinnern, meine Schwiegermutter geht weiter auf die Sonnenbank und Freunde kommen mit Sonnenbrand aus dem Urlaub. Mein Eindruck ist, dass wir in Deutschland noch weit davon entfernt sind, das Ausmaß der Gefahr, die vom schwarzen Hautkrebs ausgeht, richtig einzuschätzen. Ja, die Heilungschancen sind bei Früherkennung sehr gut, aber es kann auch ganz anders ausgehen. Ich empfehle jedem Zweifler, sich die Facebook-Seite von Viola Helms  anzusehen, die schonungslos ehrlich über ihr Leben mit dieser Krankheit berichtet. Wer das dann noch als Kleinigkeit abtut, dem ist nicht zu helfen.