Das Leben geht weiter, Teil 2

Das Leben geht weiter, Teil 2

Ausnahmsweise geht alles etwas schneller im Moment. Heute hat das Krankenhaus angerufen, dass ich Donnerstag (am 16.8.) aufgenommen werden kann.

Nicht nur ich, auch alle um mich herum waren der Ansicht, dass das eine gute Sache ist.

Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles in Ordnung zu bringen und zu packen. Das ist eine angemessene Zeit. Und im Packen bin ich geübt, leider.

Ich hatte diese Woche schon alle Ergotherapie-Termine abgesagt, weil ich Ruhe haben wollte. Nächste Woche werde ich auch nicht mehr hingehen, es ist genug zu tun.

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Luchs

Luchs

Bei der Ergotherapie habe ich heute begonnen, einen Luchs mit Fensterfarben zu gestalten. 

In der Gesprächstherapie kam das Gespräch einmal darauf, welches Totemtier ich mir für mich vorstellen könnte, und ich habe mich spontan für den Luchs entschieden.

Angeblich hilft der Luchs als Totemtier dabei, Verborgenes aufzudecken und die Wahrheit zu finden.

Wenn das so ist, brauche ich in der Tat einen Luchs als Wegweiser 😄

Seidenmalerei

Seidenmalerei

Nach zehn Sitzungen war mein Kissenbezug aus Seide endlich fertig. In die Mitte auf beiden Seiten habe ich einen Kreis gemalt, in die Ecken Viertelkreise. Auf der einen Seite habe ich Grüntöne, auf der anderen Rottöne gewählt. Die Viertelkreise habe ich in den Farben der jeweils anderen Seite ausgemalt.

Meine große Liebe ist die Seidenmalerei nicht. Obwohl ich zwischen den Farben Konturenfarbe verwendet habe, ist immer wieder Farbe durcheinander gelaufen. Mich stört so etwas sehr. Mir wurde gesagt, dass das bei Seidenmalerei eigentlich immer vorkommt.

Der Dämon Perfektionismus hatte viel Spaß. Er denkt, jedes Kindegartenkind hätte es besser gemacht.

Heute habe ich mein nächstes Werk begonnen, einen Ablagekorb aus Holz. Mal sehen, wie das gelingen wird.

Mal etwas anderes

Mal etwas anderes

Heute haben wir die Ergotherapiegruppe mit einer kurzen Einheit progressiver Muskelentspannung begonnen. Danach haben wir uns ausführlich bei Kaffee und Bonbons darüber unterhalten, was wir in der nächsten Zeit machen wollen. 

Kreativ geworden sind wir heute nicht. Trotzdem wollte keiner nach Hause. Wir sind wirklich eine gute Gruppe, die sich auch menschlich versteht.

Es sieht im übrigen so aus, als ob die Entspannungsgruppe in drei oder vier Wochen starten kann, also sieht alles gut aus.

Der Dämon Perfektionismus

Der Dämon Perfektionismus

Neben dem Dämon Selbsthass macht mir vor allem der Dämon Perfektionismus das Leben schwer. 

Ein Beispiel ist das Bild oben, das für alle anderen in der Ergotherapiegruppe zumindest ok aussieht. Ich sehe nur die vielen kleinen Macken und mag es gar nicht.

Nun, das Bild wird eine neue Heimat bei einer anderen Teilnehmerin der Ergotherapiegruppe finden. Zu mir nach Hause wäre es nicht gekommen, eher in den nächsten Papierkorb.

 Ich arbeite schon so lange an dem Dämon Perfektionismus, aber ihm ist sehr schwer beizukommen.

Seidenmalerei

Seidenmalerei

Nun ja, ich bin wahrscheinlich nicht die größte Seidenmalerei-Künstlerin, aber ich bin fasziniert von Kreisen. Warten wir ab wie es aussieht, wenn es fertig ist. Es wird ein Kissen, 40×40 cm.

Was mir heute aufgefallen ist: In unserer Ergotherapiegruppe sind drei Leute, die schon in jungen Jahren an Krebs erkrankt sind. Zusammen bringen wir es auf einen Hirntumor, einen Tumor im Dünndarm und mein Melanom. 

Dass so etwas nicht spurlos an einem Menschen vorüber geht, ist klar. Dennoch sind wir alle drei uns einig, dass es wenig Unterstützung für Überlebende einer Krebserkrankung im mittleren Alter gibt. Zwar kann man Depressionen oder Angststörungen, die auf eine Krebserkrankung folgen, therapieren lassen. Da hört es aber auch schon auf.

Wehe, es treten Probleme am Arbeitsplatz auf. Das Arbeitsamt kratzt sich am Kopf, schickt die Betroffenen in ein Bewerbungstraining, und das war es. Ich war selber in so einer Maßnahme und weiß, wovon ich rede. Diejenigen, die im Erwerbsleben eingeschränkt sind, aber nicht eingeschränkt genug für Schwerbehinderung oder Erwerbsminderungsrente, haben es sehr schwer.

Aber das ist nur ein weiterer Punkt, an dem ich mir mehr Mitgefühl von unserer Gesellschaft wünsche. Auch Krebs kann schließlich jeden treffen.

Wenn eines zum anderen führt

Wenn eines zum anderen führt

Das oben ist mein gegenwärtiges Projekt in der Gruppenergotherapie. Die Umrisse der Blumen waren vorgemalt, aber es ist trotzdem eine ziemliche Feinarbeit und dauert länger, als ich am Anfang gedacht habe.

Wie neulich erwähnt, läuft meine Einzelergotherapie in den nächsten Wochen aus. Da trifft es sich gut, dass meine Ergotherapeutin nach ihrer Fortbildung eine Entspannungsgruppe ins Leben rufen möchte. Ihr Ziel dabei ist, ihre Klienten mit Übungen zu versorgen, die sie vor allem im Alltag anwenden können. 

Das ist genau mein Problem. Im Laufe meines Therapielebens sind mir viele sinnvolle Übungen untergekommen, aber vieles ließ sich im Alltag nicht unterbringen. Insofern könnte ich von so etwas enorm profitieren. Ob diese Gruppe wirklich zustande kommt, muss sich noch zeigen.

Aber es ist gut, wenn sich immer wieder etwas Neues auftut.