Der neue Alltag

Der neue Alltag

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Freitag habe ich damit angefangen, Termine zu vereinbaren. Zuerst habe ich befürchtet, dass ich dann sofort einen vollen Terminkalender habe. Aber zum einen sind Hausärztin, Schmerzärztin und Therapeut in Ferien, zum anderen hat sich eine Gruppe bei der Ergotherapie aufgelöst und Einzeltermine werden erst wieder ab November frei. Also bleibt mir noch Zeit zum Durchschnaufen.

Im Moment genieße ich den milden Herbst in vollen Zügen. Das schöne Wetter macht es mir leicht, meine neue Allzweckwaffe Spazierengehen einzusetzen. Bewegung hilft mir gegen Depressionen, Unruhe und Rückenschmerzen. Im Moment bin ich aber noch beschäftigt, Kondition aufzubauen. Ein Jahr fast ohne Bewegung hat Spuren hinterlassen.

Generell habe ich festgestellt, dass ich wesentlich mehr Antrieb habe als vor dem Klinikaufenthalt. Morgens Aufstehen klappt gut, und ich schaffe, was ich mir vornehme. Wenn ich zwischendurch eine Pause brauche, nehme ich mir eben die Zeit. Und ich treffe gute Entscheidungen, wieviel ich in an einem Tag schaffen kann.

Ein guter Anfang ist also gemacht. Jetzt muss ich so weitermachen, damit der neue Tagesablauf in Fleisch und Blut übergeht. Hoffentlich habe ich die nötige Selbstdisziplin dazu.

Morgen geht es dann zur Podologin und zur Entspannungsgruppe der Ergotherapie. Das sollte stressfrei sein, und dazwischen will ich noch eine Stunde Hausarbeit packen, mehr nicht.

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Mauern

Mauern

Heute habe ich mich in der Gestaltungstherapie vor einer Mauer stehend gemalt. Mit ausgebreiteten Armen versuche ich, die Mauer festzuhalten. Ich traue mich nicht, die Mauer loszulassen, aus Angst, dass sie dann umkippt und mich unter sich begräbt.

Die Mauer, das sind die vielen kleinen und großen Steine, die mir das Leben in den Weg gelegt hat. 

Therapeut: Wie kommen Sie denn zu dieser Mauer? Hat Sie jemand dort hingestellt, oder sind Sie einfach dorthin gegangen?

Ich: Da hat mich das Leben abgestellt. Freiwillig bin ich nicht dort!

Therapeut: *schmunzelnd* Das ist auch ganz gut so. 

Sich umdrehen und von der Mauer weggehen ist trotzdem schwer. Wenn nicht meine Aufgabe ist, die Mauer zu halten, was dann?

Das Leben geht weiter, Teil 2

Das Leben geht weiter, Teil 2

Ausnahmsweise geht alles etwas schneller im Moment. Heute hat das Krankenhaus angerufen, dass ich Donnerstag (am 16.8.) aufgenommen werden kann.

Nicht nur ich, auch alle um mich herum waren der Ansicht, dass das eine gute Sache ist.

Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles in Ordnung zu bringen und zu packen. Das ist eine angemessene Zeit. Und im Packen bin ich geübt, leider.

Ich hatte diese Woche schon alle Ergotherapie-Termine abgesagt, weil ich Ruhe haben wollte. Nächste Woche werde ich auch nicht mehr hingehen, es ist genug zu tun.

Luchs

Luchs

Bei der Ergotherapie habe ich heute begonnen, einen Luchs mit Fensterfarben zu gestalten. 

In der Gesprächstherapie kam das Gespräch einmal darauf, welches Totemtier ich mir für mich vorstellen könnte, und ich habe mich spontan für den Luchs entschieden.

Angeblich hilft der Luchs als Totemtier dabei, Verborgenes aufzudecken und die Wahrheit zu finden.

Wenn das so ist, brauche ich in der Tat einen Luchs als Wegweiser 😄

Seidenmalerei

Seidenmalerei

Nach zehn Sitzungen war mein Kissenbezug aus Seide endlich fertig. In die Mitte auf beiden Seiten habe ich einen Kreis gemalt, in die Ecken Viertelkreise. Auf der einen Seite habe ich Grüntöne, auf der anderen Rottöne gewählt. Die Viertelkreise habe ich in den Farben der jeweils anderen Seite ausgemalt.

Meine große Liebe ist die Seidenmalerei nicht. Obwohl ich zwischen den Farben Konturenfarbe verwendet habe, ist immer wieder Farbe durcheinander gelaufen. Mich stört so etwas sehr. Mir wurde gesagt, dass das bei Seidenmalerei eigentlich immer vorkommt.

Der Dämon Perfektionismus hatte viel Spaß. Er denkt, jedes Kindegartenkind hätte es besser gemacht.

Heute habe ich mein nächstes Werk begonnen, einen Ablagekorb aus Holz. Mal sehen, wie das gelingen wird.

Mal etwas anderes

Mal etwas anderes

Heute haben wir die Ergotherapiegruppe mit einer kurzen Einheit progressiver Muskelentspannung begonnen. Danach haben wir uns ausführlich bei Kaffee und Bonbons darüber unterhalten, was wir in der nächsten Zeit machen wollen. 

Kreativ geworden sind wir heute nicht. Trotzdem wollte keiner nach Hause. Wir sind wirklich eine gute Gruppe, die sich auch menschlich versteht.

Es sieht im übrigen so aus, als ob die Entspannungsgruppe in drei oder vier Wochen starten kann, also sieht alles gut aus.

Der Dämon Perfektionismus

Der Dämon Perfektionismus

Neben dem Dämon Selbsthass macht mir vor allem der Dämon Perfektionismus das Leben schwer. 

Ein Beispiel ist das Bild oben, das für alle anderen in der Ergotherapiegruppe zumindest ok aussieht. Ich sehe nur die vielen kleinen Macken und mag es gar nicht.

Nun, das Bild wird eine neue Heimat bei einer anderen Teilnehmerin der Ergotherapiegruppe finden. Zu mir nach Hause wäre es nicht gekommen, eher in den nächsten Papierkorb.

 Ich arbeite schon so lange an dem Dämon Perfektionismus, aber ihm ist sehr schwer beizukommen.