Steuerangelegenheiten, Teil 3

Steuerangelegenheiten, Teil 3

Steuerbescheid wp

Zu meinem großen Erstaunen wurde ich keine drei Wochen nach der elektronischen Übermittlung unserer Steuererklärung darüber informiert, dass der Einkommensteuerbescheid auf dem Weg ist. Ich konnte die Daten bereits am Vormittag über das Steuerprogramm abrufen, inklusive Anmerkungen des Finanzamtes (es ist immer interessant, welche Sachverhalte noch gerichtlich geklärt werden müssen).

Warum auf drei Monaten (Bearbeitungsdauer in den letzten Jahren) dieses Jahr auf einmal drei Wochen geworden sind, würde mich aber wirklich interessieren. Gut, bei uns werden jedes Jahr die gleichen Angaben gemacht, und es sind auch nicht viele. Dass das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ auch hier Gültigkeit hat, leuchtet ein. Ich glaube allerdings nicht, dass jemand beim zuständigen Finanzamt zu viel Zeit hatte. Vielleicht werden jetzt die mit ELSTER übermittelten Steuererklärungen wirklich vorrangig bearbeitet (was zum Beispiel der Steuerfinder hier als Möglichkeit für eine zügige Bearbeitung der Steuererklärung anführt). Einen Zwang zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung soll es wohl auch weiterhin nicht geben, wie der Tagesspiegel hier erläutert.

Ich verstehe durchaus, dass nicht jeder so leicht Freundschaft mit ELSTER schließt wie ich, eine ehemalige Buchhalterin. Ich bin aber auch der Meinung, wer den Behörden einen Teil ihrer Arbeit abnimmt (und das ist der Fall, wenn die Steuererklärung via ELSTER abgegeben wird), soll dafür belohnt werden. Auch wenn die Software immer einfacher zu bedienen ist (zum Beispiel durch einen systematischen Aufbau, in dem die in Frage kommenden Punkte nacheinander abgefragt werden), ist die Hemmschwelle oft noch zu hoch. Ich habe mittlerweile einigen beim Aufsteigen auf das ELSTER-Pferd geholfen, und wenn ich bestimmte Begriffe durch bekanntere Bezeichnungen ersetzt habe, kam dann meistens: „Ach so!“, und ich konnte sehen, wie sich die Bretter vor den Köpfen auflösten… Viele tun sich vielleicht auch damit schwer, dass alles anders aussieht als in den vertrauten Formularen, die sie kennen.

Ich werde bei der Nutzung für ELSTER bleiben, ich werde auch weiterhin alle ermutigen, sich daran zu versuchen. Und weil ich es mittlerweile gut kenne, werde ich auch weiterhin im Verwandten- und Freundeskreis informieren und helfen. Generell scheint sich ELSTER bei den Privathaushalten weiterhin nur zögerlich durchzusetzen.

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Steuerangelegenheiten, Teil 2

Steuerangelegenheiten, Teil 2

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Mein Mann hängt noch ziemlich in den Seilen, ich war also ganz leise und habe spontan unsere Steuererklärung erledigt…

Wir haben nicht viele Angaben zu machen, deswegen reicht für die Erhebung unserer Daten eine Billigsoftware vom Discounter aus. Ich habe im Laufe der Jahre mehrere Software-Angebote genutzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass alle sowohl bei uns als auch bei meinen Eltern (wie gesagt, sehr unkomplizierte Fälle) sehr gute Ratschläge gegeben und korrekte Ergebnisse erzielt haben, die mit der Abrechnung durch die Finanzämter überein stimmten. Eine sehr überschaubare Ausgabe im Rahmen von 5€ bis 15€, die sich für mich immer schnell ausgezahlt hat. Es ist wahrscheinlich Geschmackssache, was angenehmer ist: Das Eintragen der Zahlen auf Papierformulare, oder die Eingabe am Computer. Ich habe schätzen gelernt, dass ich mich am PC in einer Liste von oben nach unten durcharbeiten kann, und dass die erledigten Punkte als solche gekennzeichnet werden.

Außerdem habe ich sobald es ging, die Datenübermittlung per ELSTER eingerichtet. Das war allerdings etwas aufwändiger. Ich habe mich für die Legitimation mit Zertifikatsdatei entschieden. Diese wird auf dem Rechner/Laptop gespeichert und wird mit zwei Aktivierungscodes freigeschaltet, wovon einer per Mail, der andere per Briefpost mitgeteilt wird. Danach muss noch der Belegabruf eingerichtet werden, damit die entsprechenden Daten vom Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger, Versicherungen etc. abgerufen und in die Steuererklärung übernommen werden können. Sollen noch die Daten anderer Familienangehöriger (in meinem Fall Ehepartner) übernommen werden, muss auch dafür ein gesonderter Code angefordert werden, der dann aber auch nur einmal gebraucht wird.

Das hört sich zum Haare raufen an? Ist es beim ersten Mal auch. Es ist auch zu bedenken, dass die Aktivierungs- und Abrufcodes jeweils ungefähr eine Woche brauchen, bis sie vom zuständigen Finanzamt per Briefpost beim Steuerpflichtigen ankommen. Bei der ersten Nutzung von ELSTER können durchaus Wochen vergehen, in denen nichts passiert und die Steuererklärung nicht bearbeitet werden kann. Zu beachten ist auch, dass bestimmte Codes befristet und andere unbefristet gültig sind. Ich habe meine alte Email-Adresse, die ich bei der ersten ELSTER-Anmeldung angegeben hatte, zwischenzeitlich gelöscht. Also habe ich die Nachricht verpasst, in der ich aufgefordert wurde, die Zertifikatsdatei zu verlängern… und musste dieses Jahr eine neue Zertifikatsdatei erstellen und dann erst auf den neuen Aktivierungscode, und dann auf einen neuen Abrufcode warten. Aber: Einmal alles in Gang gebracht, funktionierte es bei uns immer einwandfrei.

Auf meine Anfrage hat mir das für uns zuständige Finanzamt mitgeteilt, dass die Bearbeitung der Steuererklärungen nach Eingang erfolgt. Dabei ist unerheblich, ob die Abgabe auf die herkömmliche Art oder online erfolgt. Das ist einerseits fair, weil nicht jeder Zugang zu einem Computer oder die Nerven hat, sich durch den oben beschrieben Codedschungel zu wühlen. Das bedeutet aber auch: Keine Vorteile für ELSTER-Nutzer in Hinsicht auf den Zeitpunkt der Bearbeitung (ob das bundesweit so gehandhabt wird, weiß ich nicht). Ich konnte auch nicht feststellen, dass wir unseren Steuerbescheid schneller bekommen als vorher.

Bleibt der Vorteil, dass durch die automatischen Übernahme der Daten Schreibfehler entfallen und alles an der richtigen Stelle steht. Dieser wird allerdings dadurch teilweise aufgehoben, dass ich zum Teil schwer verständliche Rückfragen bei der abschließenden Plausibilitätsprüfung der Steuersoftware bearbeiten musste. Ich habe zwanzig Jahre in der Finanzbuchhaltung gearbeitet und komme zurecht, aber ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich undurchsichtig erscheinen kann.

Der hauptsächliche Vorteil von ELSTER liegt natürlich in der schnellen und nachweisbaren Übermittlung der Daten an das Finanzamt. In den meisten Fällen dürfte es nicht so wichtig sein, ob der Versand der Unterlagen per Post die Bearbeitungsdauer in paar Tage verlängert.

Mein Schwiegervater erledigt die Steuererklärungen für sich und drei der vier Kinder immer noch auf die konservative Art und Weise. Ich nutze für uns und meine Eltern den neuen Weg. Während ich der Meinung bin, dass die Unterstützung durch eine Steuersoftware durchaus Vorteile hat, vor allem die zahlreichen Hinweise, bin ich mir in Hinsicht auf ELSTER nicht so sicher. Das mag je nach Art und Umfang der abzugebenden Steuererklärung variieren, ich habe nur begrenzte Erfahrungen. Die Ersteinrichtung mit der Anforderung aller Codes ist zeitaufwändig und die Vorteile nicht offensichtlich.

Steuerangelegenheiten, Teil 1

Steuerangelegenheiten, Teil 1

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Auch wenn ich mich weiterhin nicht gut fühle, bin ich heute zu meinen Eltern gefahren. Das Gefühl, dass sonst zu viel liegen bleibt, war unangenehmer als alles andere.

Also ging es bei Eiseskälte (-8 Grad bei uns auf dem Land heute morgen) und strahlendem Sonnenschein auf die andere Rheinseite, die „richtige“, auf der der Dom steht. Wie nicht anders zu erwarten, gab es wieder Störungen bei den Kölner Verkehrsbetrieben, und natürlich war die Linie betroffen, mit der ich fahren wollte. Aber ich hatte keinen Zeitdruck und daher wenig Stress.

Bei meinem Vater (meine Mutter ist noch bis nächsten Mittwoch in Reha) erwartete mich etwas Chaos, weil die Heizung in einem Zimmer nicht funktionierte und der Heizungsmonteur sich wegen eines Wasserrohrbruchs an anderer Stelle verspätete.

Die Steuererklärung ging wie üblich zügig über die Bühne, weil mein Vater ein sehr organisierter Mensch ist. Mittagessen hatte ich mitgebracht, es war so viel, dass mein Vater morgen auch noch etwas davon hat. Dann haben wir noch ein paar Probleme an dem neuen Laptop meiner Eltern beseitigt, und ich bin wieder gefahren.

Ich bin echt geschafft, aber das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist sehr angenehm. Dass es morgen ruhiger wird, ist leider nicht zu befürchten. Morgens geht es zur Schmerzärztin und danach zum EKG (ich kann mich immer nur wiederholen, Psychopharmaka sind keine Hustenbonbons). Nachmittags noch Ergotherapie und Haushalt.

Und dann war da noch die Nachricht meines Mannes, sein Arbeitgeber hat die Daten für 2017 an das Finanzamt übermittelt, das will dann auch noch erledigt werden.

Ich versuche im Moment einfach, einen Tag nach dem anderen zu nehmen, sonst wird es zuviel.

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