Der Countdown läuft

Der Countdown läuft

Die letzten Tage vor so einem Psychiatrieaufenthalt finde ich immer schwer zu ertragen.

Ich finde es schlimm, immer wieder an diesen Punkt zu kommen. Und da sind viele Unbekannte. Ich weiß nicht, was mich erwartet, welchen Leuten ich begegnen werde und was dabei herauskommen wird.

Das Krankenhaus hatte noch einmal angerufen und gefragt, ob ich nicht einen Tag früher kommen kann. Das habe ich abgelehnt. Ich habe genau durchdacht, was ich wann mache, und davon will ich nicht abweichen.

Ich bin im Moment gut beschäftigt mit Putzen und Packen. Und damit, die hartnäckige Stimme in meinem Kopf in Schach zu halten, die mir dauernd ins Ohr flüstert: „Lass‘ es doch, das bringt alles nichts!“

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10 Dinge, für die ich diese Woche dankbar war

10 Dinge, für die ich diese Woche dankbar war

Diese Woche ist Etüdenpause, also übernehme ich aus meinem englischen Blog die zehn Dinge, die in der letzten Woche gut gelaufen sind.

  • Das neue Krankenhaus hat angerufen und mitgeteilt, dass ich Donnerstag aufgenommen werden kann. Ich bin froh, dass es keine lange Wartezeit gibt.
  • Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles vorzubereiten. So hinterlasse ich meinem Mann ein sauberes Haus und genügend frische Wäsche 😁.
  • Meine Mutter hatte eine heftige Zahn-OP am Freitag. Alles ist gut gelaufen, aber sie wird noch einige Wochen brauchen, um sich vollständig zu erholen.
  • Meine Schwägerin hat ihr Kind zur Welt gebracht. Es geht allen gut.
  • Der Schwarzwälder-Kirsch-Becher gestern nach dem Gassi gehen war wunderbar.
  • Der Tierheimhund, den wir jeden Samstag mitnehmen, wird vielleicht bald adoptiert. Wir werden ihn vermissen, aber nichts ist besser als ein Für-Immer-Zuhause!
  • Viele Hunde aus dem Tierheim sind in den letzten Wochen vermittelt worden. Das sind wundervolle Neuigkeiten. Vielleicht bekommen jetzt wieder ein paar Hunde aus Südeuropa eine Chance, adoptiert zu werden.
  • Das Wetter ist abgekühlt, und alles ist einfacher.
  • Einer unserer Hunde, Sam, hat im Moment Schwierigkeiten, aber wir lieben ihn nur noch mehr. Wir fühlen, dass er durcheinander ist, aber er verhält sich uns gegenüber trotzdem sehr liebevoll. Und hoffentlich ist bald alles wieder in Ordnung.
  • Unsere Katze Jackie genießt das kühlere Wetter ebenfalls. Sie kuschelt öfter mit uns als in der heißen Zeit. Das gefällt uns allen sehr!

Freitags-Füller # 484

Freitags-Füller # 484

Weil ich die Idee so schön finde, mache ich mit bei Barbaras

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Meine Ergänzungen sind fettgedruckt.

1. Jetzt kann es gerne kühler bleiben.

2. Bei der Hitze gut zu schlafen, war unmöglich.

3. Es macht Spaß, dass mein Mann jetzt Urlaub hat, ein paar Tage haben wir ja noch zusammen .

4. Etwas, das ich noch nicht kenne, wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte.

5. Ich frage mich, was mir helfen kann, damit ich mich besser fühle.

6. Ich habe mir neulich einen Kaffee von Starbucks geleistet, teuer, aber das war es wert.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Fernsehen , morgen habe ich geplant, Gassi zu gehen und ein Eis zu genießen und Sonntag möchte ich mit meinen Eltern telefonieren!

Freitagsfragen #19

Freitagsfragen #19

Die Freitagsfragen gibt es bei Nickel. Meine Antworten sind fett.

1.) Was verbindest Du mit den 90ern? Das waren die Jahre, die mein Leben entscheidend geprägt haben: Schulabschluss, Ausbildung, Heirat.

2.) Welche Staatsform wäre die beste, falls die deutsche Demokratie zerbrechen würde? Ich kenne nichts anderes, deswegen kann ich mir nichts anderes vorstellen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass sich die Zeiten ändern könnten.

3.) Was war Dein liebstes Schulfach und warum? Definitiv Englisch. Selbst in den Zeiten vor dem Internet hatte ich das Gefühl, dass meine Welt mit Englisch weiter wurde.

4.) Die Wahl der Qual: Das Abendessen mit Freunden ungenießbar verkochen oder mit Fremden gezwungen sein etwas zu essen, das Dir nicht schmeckt? Definitiv ist ein verkochtes Abendessen mit Freunden weniger schlimm. Da bestelle ich eben vom Italiener, und alle lachen mit mir über das Missgeschick.

Das Leben geht weiter, Teil 2

Das Leben geht weiter, Teil 2

Ausnahmsweise geht alles etwas schneller im Moment. Heute hat das Krankenhaus angerufen, dass ich Donnerstag (am 16.8.) aufgenommen werden kann.

Nicht nur ich, auch alle um mich herum waren der Ansicht, dass das eine gute Sache ist.

Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles in Ordnung zu bringen und zu packen. Das ist eine angemessene Zeit. Und im Packen bin ich geübt, leider.

Ich hatte diese Woche schon alle Ergotherapie-Termine abgesagt, weil ich Ruhe haben wollte. Nächste Woche werde ich auch nicht mehr hingehen, es ist genug zu tun.

Das Leben geht weiter

Das Leben geht weiter

Mit der Ärztin der neuen Klinik hatte ich besprochen, dass ich mich noch einmal abschließend melde, wenn ich meinem behandelnden Psychiater mitgeteilt habe, dass ich mich dort behandeln lassen möchte. Das habe ich gestern getan, und so habe ich heute Vormittag auf der Station angerufen um mitzuteilen, dass das erledigt ist. 

Jetzt werde ich bei den möglichen Aufnahmen berücksichtigt. Ich werde angerufen, sobald ich aufgenommen werden kann.

Danach flossen erst einmal Tränen, ich weiß nicht warum, aber es war erleichternd. Jetzt heißt es wieder einmal warten.

Mr. Meltdown ist hartnäckig

Mr. Meltdown ist hartnäckig

Heute morgen hat meine Schwägerin ihr Kind bekommen. Es geht allen gut.

Es war wie mit Sammys Tod letztes Jahr. Ich wusste, der Tag wird kommen, aber bis es wirklich passiert, konnte ich es irgendwie verdrängen.

Mein Schmerz über unsere Kinderlosigkeit und mein Selbsthass sind unerträglich.

Also war ich in der Institutsambulanz. Ich wollte mehr von dem Antipsychotikum, das mich beruhigen soll. Die Ärztin, ein junges Ding, rief den Hintergrunddienst an. Ich hörte: „Die Patientin nimmt schon [Aufzählung meiner vier Psychpharmaka]. Können wir das überhaupt noch erhöhen?“

Das stach in mein Herz. Also das ist aus mir geworden, ein Psycho der eine Tablette nach der nächsten nimmt.

Dämon Selbsthass hat seitdem das Ruder übernommen. Soviel Tabletten kann ich gar nicht schlucken, dass er ruhig ist.

Ich hoffe nur, dass ich nach diesem Schiffbruch das Ufer wieder finde. Momentan treibe ich hilflos auf dem Meer meiner Gefühle.