Sam

Sam ist wie Janet in Rumänien geboren. Bereits als Welpe wurde er aus einer Tötungsstation nach Deutschland gebracht. Auf der dortigen Pflegestelle kam man mit seinem Verhalten nicht zurecht, und so kam er in das gleiche Tierheim wie Janet. Von dort aus wurde er zweimal vermittelt, jedesmal konnte er nicht in diesen Familien bleiben und wurde nach kurzer Zeit wieder ins Tierheim zurück gebracht. Er zeigte ein aufgeregtes, territoriales Verhalten und brachte damit seine Menschen schnell an ihre Grenzen. Im Tierheim begannen Personal und Ehrenamtler mit ihm zu arbeiten, aber es wurde schnell klar, dass Sam ein schwerer Fall ist.

Mein Mann wurde auf Sam während der sonntäglichen Spaziergänge aufmerksam, die vom Tierheim veranstaltet werden und an denen er mit Janet teilnimmt. Sam und Janet verstanden sich von Anfang an bestens, und so fiel die Entscheidung, Sam als Pflegehund bei uns aufzunehmen. Er ist uns so sehr ans Herz gewachsen, dass wir ihn nach zehn  Monaten fest in unser Rudel übernommen haben.

Bei uns zeigte sich schnell, dass Sam zwei Gesichter hat. Er liebt sein Rudel und ist bei meinem Mann und mir sehr anhänglich und verkuschelt. Wenn er nicht abgelenkt ist, lernt er schnell und führt alle Kommandos prompt aus. Er ist dann absolut glücklich, wenn er gelobt wird. Und er liebt es, mit seinem Tennisball zu spielen.

Seine andere Seite zeigt Sam, wenn sich jemand dem Haus nähert oder es betritt. Dann bellt er aufgeregt an Haustüre oder Fenster und ist bereit, sein Revier gegen jeden zu verteidigen. Beim Spazierengehen zieht er an der Leine, attackiert Jogger und Radfahrer und kann sich nur schwer auf seinen  Menschen konzentrieren. Dabei ist er extrem ängstlich und zittert. Verhaltensänderungen werden nur mit hohem Zeitaufwand und sehr vielen Wiederholungen erreicht. Wir haben ihn Fachleuten vorgestellt um herauszufinden, wie ein so junger Hund (Sam ist am 05.11.2014 geboren) schon so kaputt sein kann. Er hat während seiner Prägephase Schlimmes erlebt und wird immer ein ängstlicher Hund sein, so das Urteil, aber Verbesserungen sind mit liebevoller Konsequenz möglich.

Wir glauben an unseren kleinen Mann und werden weiterhin jeden Tag mit ihm üben. Samwuff, bei uns hast du alle Zeit der Welt!

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