Der Countdown läuft

Der Countdown läuft

Die letzten Tage vor so einem Psychiatrieaufenthalt finde ich immer schwer zu ertragen.

Ich finde es schlimm, immer wieder an diesen Punkt zu kommen. Und da sind viele Unbekannte. Ich weiß nicht, was mich erwartet, welchen Leuten ich begegnen werde und was dabei herauskommen wird.

Das Krankenhaus hatte noch einmal angerufen und gefragt, ob ich nicht einen Tag früher kommen kann. Das habe ich abgelehnt. Ich habe genau durchdacht, was ich wann mache, und davon will ich nicht abweichen.

Ich bin im Moment gut beschäftigt mit Putzen und Packen. Und damit, die hartnäckige Stimme in meinem Kopf in Schach zu halten, die mir dauernd ins Ohr flüstert: „Lass‘ es doch, das bringt alles nichts!“

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Das Leben geht weiter, Teil 2

Das Leben geht weiter, Teil 2

Ausnahmsweise geht alles etwas schneller im Moment. Heute hat das Krankenhaus angerufen, dass ich Donnerstag (am 16.8.) aufgenommen werden kann.

Nicht nur ich, auch alle um mich herum waren der Ansicht, dass das eine gute Sache ist.

Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles in Ordnung zu bringen und zu packen. Das ist eine angemessene Zeit. Und im Packen bin ich geübt, leider.

Ich hatte diese Woche schon alle Ergotherapie-Termine abgesagt, weil ich Ruhe haben wollte. Nächste Woche werde ich auch nicht mehr hingehen, es ist genug zu tun.

Das Leben geht weiter

Das Leben geht weiter

Mit der Ärztin der neuen Klinik hatte ich besprochen, dass ich mich noch einmal abschließend melde, wenn ich meinem behandelnden Psychiater mitgeteilt habe, dass ich mich dort behandeln lassen möchte. Das habe ich gestern getan, und so habe ich heute Vormittag auf der Station angerufen um mitzuteilen, dass das erledigt ist. 

Jetzt werde ich bei den möglichen Aufnahmen berücksichtigt. Ich werde angerufen, sobald ich aufgenommen werden kann.

Danach flossen erst einmal Tränen, ich weiß nicht warum, aber es war erleichternd. Jetzt heißt es wieder einmal warten.

Mr. Meltdown ist hartnäckig

Mr. Meltdown ist hartnäckig

Heute morgen hat meine Schwägerin ihr Kind bekommen. Es geht allen gut.

Es war wie mit Sammys Tod letztes Jahr. Ich wusste, der Tag wird kommen, aber bis es wirklich passiert, konnte ich es irgendwie verdrängen.

Mein Schmerz über unsere Kinderlosigkeit und mein Selbsthass sind unerträglich.

Also war ich in der Institutsambulanz. Ich wollte mehr von dem Antipsychotikum, das mich beruhigen soll. Die Ärztin, ein junges Ding, rief den Hintergrunddienst an. Ich hörte: „Die Patientin nimmt schon [Aufzählung meiner vier Psychpharmaka]. Können wir das überhaupt noch erhöhen?“

Das stach in mein Herz. Also das ist aus mir geworden, ein Psycho der eine Tablette nach der nächsten nimmt.

Dämon Selbsthass hat seitdem das Ruder übernommen. Soviel Tabletten kann ich gar nicht schlucken, dass er ruhig ist.

Ich hoffe nur, dass ich nach diesem Schiffbruch das Ufer wieder finde. Momentan treibe ich hilflos auf dem Meer meiner Gefühle.

Autsch!

Autsch!

Heute war ein echt bescheidener Tag. Zuerst bin ich beim Gassi gehen gestürzt. Mein Rücken bedankt sich jetzt noch.

Beim Eis essen in der Eisdiele habe ich auch noch den Eisbecher umgeworfen. Dann war Schluss: Die Tränen liefen und wollten nicht mehr aufhören – in aller Öffentlichkeit, wohlgemerkt. Ich fühlte mich wie der größte Depp auf Erden.

Zuhause habe ich wieder etwas beruhigt. Unsere Katze verzichtet auf ihren Freigang und kuschelt mit mir, mein Mann hilft im Haushalt. 

Mir ist schon klar, dass ich überreagiert habe, aber ich konnte es in diesem Moment auch nicht verhindern. Ich komme mir sehr dumm vor und schäme mich.

Auf und ab

Auf und ab

Momentan habe ich große Stimmungsschwankungen. In einem Moment ist alles in Ordnung, ein paar Sekunden später alles Mist. 

Da komme ich selber nicht mit, geschweige denn meine Umwelt. Auch wenn ich versuche, das zu kontrollieren, es geht nicht. Das führt dann dazu, dass ich mich wie der letzte Mensch fühle und alle Hoffnung verliere, dass es wieder einmal besser werden kann.

Ich weiß, dass ich nicht alleine bin, aber ich fühle mich oft so.

Satz mit X… 🤨

Satz mit X… 🤨

Heute wäre mein Vorgespräch in dem anderen Krankenhaus wegen einer stationären Behandlung meiner Depressionen / psychosomatischen Probleme gewesen.

Als ich dort ankam, stellte sich heraus, dass der Termin auf nächste Woche verschoben worden war. Die Info darüber hatte mich aber nicht erreicht.

Ich habe sowieso schon nicht viel Kraft, ich hatte eineinhalb Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln zugebracht und war müde, es war heiß… Es fehlte nicht viel, und ich wäre in Tränen ausgebrochen.

Zum Glück war ich in der Nähe der Wohnung meiner Eltern, und ich traf mich kurz mit meinem Vater auf einen Kaffee in einer Bäckerei. Das hob meine Stimmung wieder etwas. 

Also auf ein Neues in einer Woche…