Neues von Sam

Neues von Sam

preview-4.jpg

Es ist einige Zeit her, dass ich von Sam berichtet habe. Das liegt daran, dass Fortschritte bei ihm viel Zeit brauchen. Aber sie passieren, und das ist die Hauptsache.

Lange war es eine echte Herausforderung, mit Sam in einer Gruppe anderer Hunde mitzugehen. Ohne Maulkorb ging nichts, und er reagierte nahezu panisch, wenn andere Hunde ihm nahe kamen, oder – noch schlimmer – Kontakt zu ihm aufnehmen wollten: Dann wurde gejault, geknurrt oder gebissen.

Sonntags veranstaltet das Tierheim einen Spaziergang. Mein Mann nimmt mit Sam und Janet daran teil. Janet ist sehr sicher mit anderen Hunden, sie ist kein dominanter Hund, aber sie ist immer freundlich und eindeutig in dem, was sie will oder nicht will. Deshalb ist sie die ideale Lehrerin für Sam, der seine erste Zeit ohne Hundekontakte in einer Tötungsstation verbrachte.

Jedenfalls sind beim Spaziergang sonntags meistens die gleichen Hunde und Menschen dabei, und Sam verstand irgendwann, dass ihm keiner etwas tut. Er wurde ruhiger, und wir konnten den Maulkorb weglassen. Neulich beschlossen alle Hundehalter, die Hunde zusammen auf einer Wiese frei laufen zu lassen. Und oh Wunder: Sam verhielt sich, als ob er nie etwas anderes getan hätte. Er forderte andere Hunde formvollendet zum Spielen auf und tobte herum. Ein Hund aus der Gruppe fixiert ihn schon mal, das ignorierte er.

Wir hätten uns kein besseres Ergebnis wünschen können.

Es gibt noch genug Baustellen mit ihm, um so schöner, wenn es Fortschritte gibt, und das ist ein großer!

Und wenn er mich so anschaut wie auf dem Foto oben bin ich sicher, dass wir noch mehr erreichen werden mit ihm.

signature-205890894.png

 

Advertisements
S ist für Sammy 😼

S ist für Sammy 😼

preview.jpegDer Buchstabe S bei der AtoZ-Challenge zum Thema „Tiere meines Lebens“ ist natürlich meiner Herzenskatze Sammy vorbehalten.

Es ist an der Zeit, allen zu danken, die mir beim Trauern nach Sammys Tod beigestanden haben. Keiner hat gesagt: „Nun reiß‘ dich mal zusammen. Es war doch nur eine Katze!“ Und natürlich war da Jackie, die mir Gesellschaft geleistet hat, so lange ich es brauchte. Selbst mein Therapeut, ein eher nüchterner Mensch, sagte, dass die Trauer um ein Tier so heftig sein kann wie die Trauer um einen geliebten Menschen. Zumindest auf mich trifft das zu. Aber diese Zeit ist vorbei, und die Liebe bleibt. Das fühlt sich an wie eine bequeme, leichte Decke.

Habe ich am Anfang noch gesagt, ich werde nie wieder ein Tier aufnehmen, es tut zu weh, so kann ich jetzt sagen, dass ich wieder zu meinem alten Ich zurück gekehrt bin 😃. Und zu meiner Mission, in diesem Leben so vielen heimatlosen Tieren wie Sammy ein neues Zuhause zu geben.

Ich denke, dass das Sammy gefallen würde. Ich kann mir vorstellen, wie sie mich ansieht und schnurrt: „Endlich hast du es verstanden!“

signature-205890894.png

Wellensittiche

Wellensittiche

preview-12058840103.jpg

Heute habe ich auf meinem englischsprachigen Blog von meinen Wellensittichen berichtet. Meine Eltern waren sehr zurückhaltend in Hinsicht auf Haustiere, aber wir einigten uns auf einen Wellensittich. Das blieb lange so – als ich mit meinem jetzigen Mann zusammenzog brachte ich einen Wellensittich mit, und er zwei Wellensittiche und einen Nymphensittich. Sie haben unsere erste Wohnung, ein dunkles, kleines Loch, soviel heller und freundlicher gemacht.

Aber vor allem ein Erlebnis wird mir im Zusammenhang mit Wellensittichen in Erinnerung bleiben: Das Erdbeben vom 13. April 1992. Das war auch in Köln, wo ich damals lebte, deutlich zu spüren.

Ich wurde um kurz nach drei Uhr morgens wach und fragte mich, was mich geweckt hatte. Mein Gefühl sagte mir, das irgendetwas nicht stimmte, aber ich kam nicht dahinter, was. Dann flippte der Wellensittich in seinem Käfig neben meinem Bett aus. Während ich noch darüber nachdachte, was das bedeutete, knirschte es im Mauerwerk… und dann bebte die Erde. Wir hatten Glück, uns entstand keinerlei Schaden.

Aber seitdem beobachte ich das Verhalten meiner Tiere ganz genau. Sie haben so feine Sinne, ganz sicher können wir von ihnen lernen.

signature-205890894.png

K ist für Katze (natürlich)

K ist für Katze (natürlich)

Sascha 1979_2

Bei der AtoZ-Challenge sind wir mittlerweile bei „K“ angekommen, logisch, dass es da für mich nur um Katzen gehen kann!

Ich mochte Katzen immer schon gerne, musste aber erst ihre Sprache lernen und fürchtete lange ihre Krallen. Dann wurden wir gebeten, im Sommer 1978 auf die Katze meiner Cousine aufzupassen. Sascha, oben mit mir im Bild, war ursprünglich für einen Kater gehalten worden – bis sie einen Wurf Kätzchen präsentierte. Nun ja. Aber der Name blieb.

Sie mochte mich und kam jeden Abend zu mir ins Bett. Meinen Vater trieb sie zur Weißglut, weil sie sich immer versteckte und ihn dann aus dem Hinterhalt angriff. Meine Mutter war vollauf damit beschäftigt, unseren Wellensittich zu beschützen, denn Sascha liebte es, stundenlang vor dem Käfig zu sitzen – Katzenfernsehen eben. Sie liebte Thunfischfutter, der Gestank ließ meine Eltern und mich würgen.

Ich war wirklich traurig, als Sascha wieder abgeholt wurde und hätte gerne selber eine Katze gehabt, aber da blieben meine Eltern hart: Ich durfte nur kleine Haustiere haben – die Wahl fiel auf Wellenstittiche und Hamster.

Im Nachhinein verstehe ich natürlich die Gründe meiner Eltern. Sie befürchteten, dass eine Katze in einer Wohnung nicht genug Auslauf haben würde. Sie sind schon immer gerne verreist, und es findet sich schneller jemand, der sich um Kleintiere kümmert, als um eine Katze.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und ich kam mit jemand zusammen, der mit Katzen aufgewachsen ist und auch immer mit Katzen zusammen leben wollte. Und so kam 1996 Micky zu uns, und wir haben es nicht bereut.

signature-205890894.png

Herzenstiere

Herzenstiere

preview-21502724385.jpg

In meinem englischsprachigen Blog geht es ja im Moment um das Thema Tiere. Im Internet bin ich dazu auf diesen Spruch gestoßen:

Jedes Mal, wenn ich einen Hund verliere, nimmt er ein Stück meines Herzens mit sich. Und jeder Hund, der in mein Leben tritt, schenkt mir ein Stück von seinem. Wenn ich es schaffe, lange genug zu leben, werden alle Teile meines Herzens von den Hunden stammen, und ich werde genauso großherzig und gut sein, wie sie es sind.

Ich ersetze dann innerlich „Hund“ mit „Hamster, Hund, Katze, Pferd, Wellensittich“, aber es bringt zum Ausdruck, was ich für die Tiere empfinde, die mich ein Stück begleitet haben.

Natürlich weiß ich, dass ein Mensch auch Kontakt zu Menschen braucht. Aber nie hat mich ein Tier gemobbt oder kleingemacht wegen meiner Einschränkungen. Sie haben mich nie ausgegrenzt, weil ich anders bin (was ich ja eigentlich immer war :-D). Sie sind unbeirrbar an meiner Seite durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Sie haben meinen Glauben an das Gute wach gehalten.

Insofern stört es mich nicht, wenn mein Herz nicht mehr ausschließlich aus menschlicher Substanz bestehen sollte. Ich kann sagen, dass ich meinen tierischen Gefährten immer gerne auch ein Stück von meinem Herzen mitgegeben habe. Und ich hoffe, dass ich mich immer dessen würdig erweise, was sie in meinem Leben zurück gelassen haben.

signature-205890894.png

Ein halbes Jahr ohne Sammy

Ein halbes Jahr ohne Sammy

Wer mit Tieren zusammen lebt, muss damit zurecht kommen, dass ihre Lebensspanne kürzer ist als unsere. Sammy wurde mit achtzehn Jahren für eine Katze ziemlich alt, und ihre Zeit war damals vor einem halben Jahr einfach gekommen. Heute war die Erinnerung an ihre letzten Stunden sehr präsent. Den Großteil dieser Zeit hat sie auf meinem Bauch verbracht, das war einer ihrer Lieblingsplätze. Eine schönere Art, mich von dieser besonderen Katze zu verabschieden, hätte ich mir nicht wünschen können.

Und dann war sie nicht mehr da, und das Leben ging weiter, oder? So war es sonst auch immer.

Ich hätte es besser wissen müssen. Nichts war oder ist gewöhnlich mit Sammy!

Sofort nach ihrem Tod veränderte sich das Verhalten ihrer Tochter, Jackie, von Grund auf. War sie sonst eher auf meinen Mann fixiert, wich sie nun nicht mehr von meiner Seite. Ich dachte am Anfang nicht, dass das von Dauer sein würde. Bestimmt fühlte sie meine Trauer, vielleicht war sie froh, die einzige Katze im Haus zu sein, Grüße von Sammy von der Regenbogenbrücke… wer weiß.

Fest steht, sie ist so anhänglich geblieben. Sie nimmt sich ihre Auszeiten, in denen sie draußen herumstreunt oder auf dem Aquarium liegt, aber sie kommt immer wieder zu mir. Und legt sich dann auf meinen Bauch, wie Sammy es so gerne tat. Kommen mir dann manchmal doch die Tränen, weil mich das an Sammy erinnert, werde ich liebevoll abgeschleckt und beschnurrt.

Ich werde nie aufhören, über die Fähigkeit von Tieren zu staunen. Wie sie unsere Stimmungslage erfassen und darauf reagieren können, das übertrifft das Einfühlungsvermögen vieler Menschen.

Leider.

Es heißt, „Ein einzelnes Tier zu retten, verändert nicht die Welt. Doch die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.

Wir mögen damals Sammy gerettet haben, aber sie hat unsere ganze Welt verändert. Und sie tut es immer noch.

Sanitäter auf vier Pfoten

Sanitäter auf vier Pfoten

Es hätte ein schönes Wochenende sein können, hätte mein Mann nicht eine fette Erkältung von der Arbeit mit nach Hause gebracht. Wir sind beide selten gleichzeitig krank, aber diesmal hingen wir beide durch. Er mehr als ich. Ich fühle mich dann sehr schnell überfordert, bin ich doch diejenige, die auf meinen Mann als Stütze angewiesen ist. Aber ich kam irgendwie zurecht und erledigte den Einkauf, und die Sonne und steigenden Temperaturen taten uns beiden gut.

Während wir beide also an unserer Erkältung laborierten, waren unsere Fellnasen im Dauereinsatz. Sie fühlen natürlich, wenn es ihren Menschen nicht gut geht und Frauchen auch noch angespannt ist. Eigentlich können sie nicht wirklich helfen, nur nahe bei ihren angeschlagenen Rudelmitgliedern sein, und doch hat es uns beiden so sehr geholfen. Während mein Mann von den Hunden umsorgt wurde, war die Katze Jackie pausenlos bei mir.

Zum einen bringen die Fellnasen eine unglaubliche Ruhe mit. Und Wärme, physisch wie seelisch. Vor allem aber Geduld und Zeit. Sie fragen nicht, wie lange wir krank sind – es ist eben so. Und sie geben alles, was sie geben können, bedingungslos. Ganz sicher bin ich nicht der einzige Mensch, der das Schnurren einer Katze oder das Streicheln eines Hundes als ungeheuer beruhigend empfindet. Ich weiß, dass Tiere nicht den Kontakt zu Menschen ersetzen. Aber ich verstehe die Obdachlosen, die sich nicht von ihren Vierbeinern trennen können. Wenn es nach mir ginge, würden kranke und alte Menschen viel mehr Zugang zu Tieren haben.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Fellnasen ihre Sanitätertätigkeit bald wieder aufgeben können. Mittlerweile bin ich wieder ganz gut auf den Beinen, nur Herrchen müssen wir wieder fit bekommen.