Fast dreißig Jahre

Fast dreißig Jahre

Gestern war das Wetter so richtig fies. Aber das war egal, denn meine beste Freundin und ich waren nach langer Zeit wieder einmal zusammen frühstücken.

Wir kennen uns fast dreißig Jahre. Zusammen gebracht hat uns die Schule. Wir waren beide Außenseiter, aber wir verstanden schnell, dass wir in vielen Sachen der gleichen Meinung sind – und einen echt schwarzen Humor haben.

Der Kontakt zwischen uns war nicht immer eng, riss aber nie ab. Wir haben uns gegenseitig im Krankenhaus besucht, kennen die Eltern der anderen, haben Konzerte besucht, waren zusammen in London, und haben unzählige Male zusammen gefrühstückt.

Auch, wenn wir uns lange nicht gesehen haben: Gestern war es, als ob es die lange Zeit zwischen den Treffen nie gegeben hätte. Wir redeten über Geldanlagen, unerwünschte Haare im Gesicht, Zahnprobleme, Wechseljahre, die Vorteile ein Einzelkind zu sein, ihre Arbeit, unsere Hunde, Politik und, und, und.

Als ich wieder auf dem Weg nach Hause war, fiel mir auf, dass sich der Ton unserer Gespräche im Laufe der Jahre verändert hat. Früher haben wir sehr viel gelacht, heute haben unsere Gespräche mehr Tiefgang. Das Leben ist an uns beiden nicht spurlos vorüber gegangen. Aber da ist immer noch diese enge Vertrautheit zwischen uns. Ich fühle mich reich beschenkt.

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Neue Menschen kennenlernen

Neue Menschen kennenlernen

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Im Moment tue ich mich schwer damit, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Das bedeutet nicht, dass ich die Fähigkeit zum Smalltalk verloren habe. Das überspielt einiges, und das ist auch von mir gewollt. Es muss nicht jede Kassiererin im Supermarkt wissen, wie es mir geht.

Aber wenn es um Sachen geht, die mir möglicherweise ans Herz gehen können, bin ich extrem vorsichtig. Wie neulich, als ich mit einer Bekannten auf dem Frühlingsfest eines Listenhunde-Tierschutzvereins war. Ich merke, dass wir uns gut verstehen. Wir fühlen uns so sicher miteinander, dass wir auch über persönliche Dinge miteinander reden. Eine gute Basis für eine mögliche Freundschaft.

Und doch ist da eine Wand. Ich tue mich im Moment schon schwer, bestehende Beziehungen zu erhalten. Etwas Neues passt da nicht ins Bild. Und außerdem, was habe ich schon zu bieten? Ich halte nicht allzuviel von mir, wie sollen es da andere tun?

Trotz allem ist da ein Teil von mir, der trotz allem rauswill in die Welt und Spaß haben. Kann mal einer die Bremsen lösen, bitte? Auf jeden Fall fahren mein Mann und ich morgen auf eine Messe mit dem passenden Titel „Hund und Katz“.

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