Ein schweres Herz

Ein schweres Herz

Heute habe ich in der Gestaltungstherapie ein kaputtes Herz gemalt, das sich allmählich mit Bleikugeln füllt. So fühlt sich das nämlich im Moment an.

Der Therapeut sagte, dass Blei giftig ist und nichts in meinem Herzen zu suchen hat. Er ist sich aber sicher, dass das Herz wieder heilen kann, auch, wenn dann eine Narbe bleiben wird.

Mit einer Narbe mehr kann ich leben, aber ich muss irgendwie verhindern, dass noch mehr Blei dazu kommt 🤔

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Schatten der Vergangenheit

Schatten der Vergangenheit

Heute wurde mir mitgeteilt, dass ich morgen Termine für Physiotherapie vereinbaren soll. Als ich mir die Verordnung durchlas, kamen unangenehme Gedanken an frühere Psychiatrieaufenthalte wieder hoch, in denen ohne Rücksprache mit mir einfach Medikamente umgestellt wurden oder der Rollator einfach verboten wurde. Entsprechend aufgeregt sprach ich mit der Schwester.

Mir wurde versichert, dass hier so nicht gearbeitet wird. Aber die Schatten der Vergangenheit sind lang, und Vertrauen ist sowieso nicht meine Stärke.

Ich werde wohl abwarten müssen, was sich weiter ergibt.

Gezeiten

Gezeiten

Da bin ich noch keinen Tag in dem neuen Krankenhaus, und schon habe ich etwas gefunden, was mich zum Nachdenken bringt.

Zunächst war da wieder einmal der Eindruck, das Personal nimmt sich Zeit für die Patienten. Und so erzählte mir meine Bezugspflege heute von dem Konzept, nachdem in diesem Haus gearbeitet wird:

Wir alle sind unterwegs auf einem Meer von Emotionen. Jeder kann kentern oder Schiffbrüchiger werden. Dann kommt es darauf an, die gekenterte Person mit dem zu versorgen, was zur Weiterfahrt nötig ist. Das kann ein Segel sein, oder Holz.

Ein so individueller Ansatz ist mir in der Psychiatrie noch nicht begegnet. Auf die Praxis bin ich gespannt.

Einerseits wird sich hier für die Patienten Zeit genommen, andererseits effizient gearbeitet. Vor dem Mittagessen war schon Blut abgenommen und der Blutdruck gemessen worden, ich hatte mit der Ärztin und der Psychologin gesprochen und die Bezugspflege hatte mir alles gezeigt und erzählt.

Nach dem Mittagessen war ich noch bei der Chefarzt-Visite, und jetzt habe ich bis zum Abendessen frei. Morgen beginnt dann der normale Alltag.

Der Countdown läuft

Der Countdown läuft

Die letzten Tage vor so einem Psychiatrieaufenthalt finde ich immer schwer zu ertragen.

Ich finde es schlimm, immer wieder an diesen Punkt zu kommen. Und da sind viele Unbekannte. Ich weiß nicht, was mich erwartet, welchen Leuten ich begegnen werde und was dabei herauskommen wird.

Das Krankenhaus hatte noch einmal angerufen und gefragt, ob ich nicht einen Tag früher kommen kann. Das habe ich abgelehnt. Ich habe genau durchdacht, was ich wann mache, und davon will ich nicht abweichen.

Ich bin im Moment gut beschäftigt mit Putzen und Packen. Und damit, die hartnäckige Stimme in meinem Kopf in Schach zu halten, die mir dauernd ins Ohr flüstert: „Lass‘ es doch, das bringt alles nichts!“

Das Leben geht weiter, Teil 2

Das Leben geht weiter, Teil 2

Ausnahmsweise geht alles etwas schneller im Moment. Heute hat das Krankenhaus angerufen, dass ich Donnerstag (am 16.8.) aufgenommen werden kann.

Nicht nur ich, auch alle um mich herum waren der Ansicht, dass das eine gute Sache ist.

Jetzt habe ich noch eine knappe Woche, alles in Ordnung zu bringen und zu packen. Das ist eine angemessene Zeit. Und im Packen bin ich geübt, leider.

Ich hatte diese Woche schon alle Ergotherapie-Termine abgesagt, weil ich Ruhe haben wollte. Nächste Woche werde ich auch nicht mehr hingehen, es ist genug zu tun.

Das Leben geht weiter

Das Leben geht weiter

Mit der Ärztin der neuen Klinik hatte ich besprochen, dass ich mich noch einmal abschließend melde, wenn ich meinem behandelnden Psychiater mitgeteilt habe, dass ich mich dort behandeln lassen möchte. Das habe ich gestern getan, und so habe ich heute Vormittag auf der Station angerufen um mitzuteilen, dass das erledigt ist. 

Jetzt werde ich bei den möglichen Aufnahmen berücksichtigt. Ich werde angerufen, sobald ich aufgenommen werden kann.

Danach flossen erst einmal Tränen, ich weiß nicht warum, aber es war erleichternd. Jetzt heißt es wieder einmal warten.

Stationsbesichtigung

Stationsbesichtigung

Heute war ich also nochmals in dem neuen Krankenhaus, wurde auf der Station herumgeführt und konnte Fragen zum Stationsalltag und zu Therapien stellen.

Mein positiver Eindruck hat sich verstärkt. Die Krankenschwester hat sich sehr viel Zeit genommen (fast eine Stunde) und alle meine Fragen ausführlich beantwortet. 

Die Patienten sind in Zweierzimmern mit eigenem Bad untergebracht, und es gibt großzügige Gemeinschaftsbereiche.

Der Therapieablauf unterscheidet sich nicht großartig von dem, was ich kenne. Nur das Sportprogramm ist etwas reduziert: Es gibt ein wöchentlich wechselndes Angebot (diese Woche Zumba), bei dem die Teilnahme freiwillig ist, und Achtsamskeitsspaziergänge für alle.

Bleibt mir nur noch, mit meiner behandelnden Ärztin zu sprechen, dann kann es losgehen. Weil die Station neu und noch nicht voll belegt ist, ist die Wartezeit mit drei bis vier Wochen recht überschaubar.

Danach habe ich noch gemütlich mit meinem Vater Kaffee getrunken und mich auf den Weg zurück gemacht. Ein erfolgreicher Tag.